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Wegweisendes Phytase-Projekt

05.06.2020, Autor: BIS Bremerhaven
Enzym spielt Schlüsselrolle bei Ersatz von mineralischem Phosphor.Die Kaesler Nutrition GmbH in Bremerhaven und die Jacobs University Bremen arbeiten an einem neuem Herstellungsverfahren.

Eine Schlüsselrolle bei den bei den Bestrebungen, mineralisches Phosphor in Futtermitteln langfristig zu ersetzen, spielt das Enzym Phytase. Dieses gehört bereits heute zur umfangreichen Produktpalette von der Kaesler Nutrition GmbH mit Sitz in Cuxhaven und Bremerhaven.

„Das Enzym ist in der Lage, Phosphat von einem pflanzlichen Speicherstoff abzuspalten und für das Tier verfügbar zu machen“, erklärt Dr. Heiko Dietz, Leiter der Forschungsabteilung bei Kaesler Nutrition. Das so gewonnene Phosphat reiche als Phosphorquelle beispielsweise für die Mineralisierung der Knochen bei den Tieren aus. Auf die Zugabe von mineralischem Phosphor könne dann verzichtet werden.

Herstellungsprozess ökologisch entwickeln

Doch der Anspruch von Kaesler Nutrition reicht weit darüber hinaus: Um sich von den Mitbewerbern am Markt abzusetzen, will der Zusatzstoff-Produzent weiter in die Entwicklung innovativer Zusatzstoffe investieren. Dafür arbeitet ein Wissenschaftlerteam der Jacobs University Bremen nun an computergesteuerten Simulationen, um das Enzym auch für den Bereich Aquakultur zur optimieren. „Je effektiver das Enzym bei den niedrigen Temperaturen arbeitet, desto weniger Rückstände landen direkt – das heißt durch geringere Zugabe von anorganischem Phosphat – oder indirekt – das heißt durch die geringeren Mengen an Phosphat in den Ausscheidungen von Fischen – in das Wasser“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Kleinekathöfer. Weiter soll der Herstellungsprozess der Phytase umweltfreundlicher und kostengünstiger gestaltet werden. „Innerhalb des Projektes wird versucht, das bisher im fermentativen Herstellungsprozess eingesetzte Methanol vollständig durch Glycerin zu ersetzen, welches für die Umwelt weniger bedenklich ist“, erläutert die Mikrobiologin Prof. Dr. Elke Nevoigt von der Jacobs University das zweite Ziel des Projektes.

Bislang arbeitet Kaesler Nutrition bei der Phytase-Produktion mit einem ausländischen Partner zusammen.
„Dieser produziert das Rohprodukt nach unseren Vorgaben, wir kontrollieren die Qualität, veredeln das Produkt und geben es dann an den Kunden weiter“, erklärt Rieke Janßen, Leiterin des Produktmanagements. Das Eco2Phy Projekt, welches innerhalb der Umweltrichtlinie PFAU von der BIS gefördert wird, soll dazu beitragen, Kaesler Nutrition unabhängiger von Zulieferern zu machen und neue Möglichkeiten in der Gestaltung von Herstellungsprozessen zu eröffnen.

Heiko Busse und Dr. Bruno Kaesler sind die Geschäftsführer des 160 Mitarbeiter zählenden Unternehmens, das 2014 gegründet wurde. Die Unternehmensgeschichte reicht jedoch bis ins Jahr 1932 zurück. Heinz Lohmann und Paul Wesjohann schufen die Basis für ein heute weltweit operierendes Agrarhandelsunternehmen: Lohmann gründete damals die Deutsche Fischmehlfabrik in Cuxhaven. Gleichzeitig begann Wesjohann einen Handel mit Bruteiern. Heute beschäftigen sich bei Kaesler alle mit Tierernährung. Gehandelt und produziert wird nicht das Futter selbst, sondern Vitamine, Mineralien, Tränkwasserzusätze, Antioxidantienmischungen, natürliche Zusatzstoff e pfl anzlichen Ursprungs und Spurenelemente.

Während im Cuxhavener Produktionswerk Zusatzstoff e in großem Umfang hergestellt werden, analysiert, testet und erforscht ein interdisziplinäres Team aus Biochemiker, Chemiker, Prozessingenieur, Tierarzt und Laborfachkräften im Biotechnologiezentrum BioNord im Fischereihafen Zusatzstoff e unter Laborbedingungen. 2016 hat Kaesler Nutrition seine Forschungsabteilung am Standort Bremerhaven gegründet.

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