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Hier wächst die Green Economy

24.04.2018, Autor: BIS aktuell
Planungskonzept für nachhaltiges Gewerbegebiet vorgestellt
Auf der Luneplate entwickelt die BIS Wirtschaftsförderung ein modernes Gewerbegebiet, das umweltfreundliches, ressourcensparendes und wirtschaftlich-effizientes Arbeiten ermöglicht. Das Planungskonzept „Lune Delta“ bringt das Leuchtturmprojekt für den Green-Economy-Standort Bremerhaven einen großen Schritt voran.
Ein nachhaltiges Gewerbegebiet in dieser Größenordnung, neu konzipiert auf der „grünen Wiese“ – das gibt es in dieser Form noch nicht in Deutschland. Dementsprechend hoch ist die Aufmerksamkeit und Anerkennung sowohl von unternehmerischer als auch von kommunaler Seite.

Bereits Mitte 2012 hatten Politik und Verwaltung in Bremerhaven und dem Land Bremen grünes Licht für die äußere Erschließung der Luneplate gegeben. Rund 15 Millionen Euro wurden seitdem investiert, um das Gebiet über eine Erschließungsstraße und zwei Brückenbauwerke an das überregionale Straßennetz anzuschließen. Ende August 2017 wurden dann auf Beschluss der Deputation für Wirtschaft, Arbeit und Häfen auch Planungsmittel in Höhe von rund 10,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Im Anschluss an eine vertiefte Standortanalyse hat die BIS im Rahmen des Projektes Green Economy Stadt- und Landschaftsplaner zu einem dialogorientierten Werkstattverfahreneingeladen. Die qualifizierten Teams entwickelten dabei im Austausch miteinander und mit einem Begleitgremium lokaler Partner ein städtebauliches Konzept für die gewerblichen Flächen auf der Luneplate. Als bester Entwurf auserkoren wurde schließlich das Konzept „Lune Delta“ des Teams cityförster mit urbanegestalt Landschaftsarchitekten und Transsolar KlimaEngineering.

In Anlehnung an die Cradle-to-Cradle-Philosophie sieht der Entwurf auf den rund 150 Hektar eine Siedlungsstruktur vor, die während und auch nach Ablauf der Nutzungsdauer einen gestalterischen, ökologischen und sozialen Mehrwert für die Stadt bringt. Das nachhaltige Gewerbegebiet fußt auf sechs Grundprinzipien:

1_integral
Die Gebietsstruktur wird aus der vorhandenen Luneplate-Landschaft mit den identitätsstiftenden Deichrelikten heraus entwickelt. So nimmt das Gewerbegebiet Beziehung zu seinerUmgebung, zu den Feuchtwiesen und zum Naturschutzgebiet auf und wird ein integraler Teil der Bremerhavener Stadtlandschaft. Ein zentraler Freiraum entlang der Deichrelikte, Rad- und Fußwege sowie das Graben- und Gewässersystem sorgen für ein ökologisch hochwertiges und attraktives Landschaftsbild, das die Öffentlichkeit zudem für Freizeit, Sport und Erholung nutzen kann. Dieser soziale Mehrwert wirkt sich auch positiv auf die Qualität der Arbeitsplätze aus.

2_bedarfsgerecht
Die Planer schlagen vor, dass frühzeitig ein „Initialcluster“ im Süden des Gebietes realisiert wird, da mit der neuen Erschließungsstraße bereits Infrastruktur und Planungsrecht vorhanden sind. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Initialcluster sollen sogenannte „Commons“ realisiert werden, die gemeinschaftlich genutzt werden. Die Erschließung von Süden nach Norden wird in fünf Phasen geplant, immer erst dann, wenn die Bedarfe erkennbar sind. In jeder Bauphase können Gewerbeflächen unterschiedlicher Größe angeboten werden, große im Osten, kleinteiligere im Westen.

3_divers
Ökosysteme beruhen auf der Vielfalt ihrer Bestandteile und deren komplexen Synergien. Solch positive Effekte erwarten die Planer auch durch eine kreative, soziale und ökologische Vielfalt im Gewerbegebiet. Abwechslungsreiche Freiraum und Gewässerstrukturen lösen den üblichen Widerspruch von gewerblicher Nutzung und wertvollem Landschaftsraum auf. Vielfältig dimensionierte Grundstücksgrößen ermöglichen einen gesunden Mix an Branchen und Unternehmensgrößen.

4_zirkulär
Für Gebäude, Freiraum und Infrastruktur sollen Stoffkreisläufe hergestellt werden. Ein Wasserkreislauf umfasst zum Beispiel alle Wasserarten vom Regenwasser über das Brauchwasser der Gebäude bis hin zum Abwasser der Produktion. Das über Pflanzenkläranlagen und bei Bedarf die nahegelegene Kläranlage aufbereitete Wasser wird im biologischen Kreislauf zurückgeführt. Alle Materialien sind so gewählt und eingesetzt, dass sie den technischen oder biosphärischen Kreislauf unterstützen. Die BIS plant eine Zertifizierung des Gewerbegebiets durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).

5_erneuerbar
Großes Ziel ist ein Null-Energie-Gewerbegebiet. Der Gebäudebetrieb und die Produktion beruhen daher voll auf einem Mix erneuerbarer Energien, die bevorzugt vor Ort erzeugt werden. Um die verschiedenen Möglichkeiten – Photovoltaik, Windkraft und dank des Dedesdorfer Salzstocks auch Geothermie – auszuloten und das Konzept zu konkretisieren, hat die BIS ein Gesamtenergiekonzept beim Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen in Auftrag gegeben.

6_orchestriert
Ein nachhaltiges Gewerbegebiet erfordert nach Auffassung der Planer von Beginn an eine Kultur des Austauschs und der Zusammenarbeit. Es soll kooperativ von der Kommune mit den Unternehmen gemanagt werden. Keimzelle soll ein Gründungszentrum werden, das die BIS Wirtschaftsförderung derzeit im Initialcluster plant. Dort sollen bedarfsgerecht auch gemeinschaftlich genutzte „Commons“ angelegt werden wie Kita, Kantine, Konferenzcenter. Geteilte Einrichtungen wie ein Werkzeugpool, ein Fuhrpark oder Lager erleichtern zudem Start-ups und etablierten Unternehmen die Ansiedlungsentscheidung und das nachhaltige Wirtschaften.

Das Projekt Green Economy wird von Bund, Land und Stadt im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe
„Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ gefördert.

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