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Wirtschaftsförderung
Bremerhaven
Kurze Wege für
die Wirtschaft

Ein großer Schritt und viele kleine

18.11.2019, Autor: BIS/Marc Wagner
Heinrichs Logistic in Bremerhaven belebt die ehemalige Rhenus-Fläche wieder. Die Erweiterung der Betriebsfläche vor zwei Jahren war der richtige Schritt.

Auf einen Schlag vervierfachte sich die Betriebsfläche der Firma Heinrichs Logistic, als die Containerstauerei vor zwei Jahren das Firmengelände des einstigen Konkurrenten Rhenus am Grauwallring übernommen hat. „Ein gewaltiger Schritt für uns“, sagt Geschäftsführer Andreas Harms. Stück für Stück arbeitet er seitdem daran, die Fläche wieder geschäftstüchtig zu machen.


„Wir sind 2017 gefühlt aus allen Nähten geplatzt“, erinnert sich Harms. Und rings um den vier Hektar großen Hauptsitz am Amerikaring gab es wegen der Flächen der BLG und der Freihafengrenze keine Chance, sich zu erweitern. Genau zu diesem Zeitpunkt wurde bekannt, dass Rhenus seine Aktivitäten am Grauwallring aufgeben will. Heinrichs Logistic ergriff die Chance – und erweiterte sein Betriebsgelände damit um zwölf Hektar, sechs Lagerhallen und ein Bürogebäude im Gewerbegebiet Speckenbüttel.


„Nachdem der Kaufvertrag unterschrieben war, habe ich ein paar Nächte lang schlecht geschlafen“, gibt Harms zu. Teile des Geländes lagen seit Jahren brach, und die teilweise in den 80er Jahren gebauten Hallen zeigen schon deutliche Setzungen. Harms spricht von einem Investitionsstau um die 10-Millionen-Euro-Marke. Es sei ein Langzeitprojekt für das Familienunternehmen, sagt der Geschäftsführer. „Wir müssen zwischendurch immer mal wieder Geld verdienen, um den nächsten Schritt zu machen.“


Zwei Hektar der Fläche hat Heinrichs Logistic inzwischen bereits saniert, asphaltiert, eingezäunt und mit Videokameras überwacht. „Dort betreiben wir im zweiten Jahr Kreuzfahrtparken zusammen mit dem Dienstleister ‚Parken & Meer‘“, erläutert Harms. Touristen können dort oder in Hallen an der Franziusstraße ihr Auto für die Dauer der Reise wohlbehütet abstellen oder abstellen lassen.


Über einen Teil der Hallen und Flächen hat Heinrichs Logistics auch einen langfristigen Mietvertrag mit der Deufol Hamburg GmbH abgeschlossen, einem global tätigen Dienstleister im Bereich der Industrieverpackung. „Eine klassische Win-Win-Situation“, meint Harms.
Der lange ungenutzte Bahnanschluss mit zwei Gleisanlagen ist ebenfalls wieder aktiviert. Auf einem Gleis kommen Industrieanlagen an, die bei Deufol verpackt werden, das andere Gleis nutzt ein weiteres Partner-Unternehmen, das dort seine Waggons wartet und repariert.


Auch für das eigene Kerngeschäft – Warenumschlag, Lagerung und Distribution –nutzt Heinrichs Logistic das Gelände natürlich. „Hier können wir die Aufträge bearbeiten, die nicht im Freihafen bleiben müssen“, erläutert Harms. Das sorgt für eine räumliche Entlastung am 2009 bezogenen Hauptsitz am Amerikaring. Zudem ist seit dem Flächenankauf vor zwei Jahren auch die Belegschaft gewachsen, von rund 50 auf heute 75. „Wir konnten einige ehemalige Rhenus-Mitarbeiter für uns gewinnen“, freut sich Harms über seine „starke, bunte Truppe“.
Mittelfristig will der Geschäftsführer das Gelände am Grauwallring wieder vollständig in Betrieb nehmen: „Wir haben uns getraut, diesen großen Schritt zu gehen. Und das Glück ist mit den Tüchtigen.“

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