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Die Motoren laufen rund

24.04.2018, Autor: BIS aktuell

Rotek stellt innovative Antriebstechnik im Kleinformat her.
Was haben die Förderschnecken von heimischen Holzpelletheizungen, das Sonnenschutzsystem eines Kinderkrankenhauses im australischen Perth, hunderte Förderbänder in Fabrikhallen weltweit und bald auch Stallroboter gemeinsam? Sie werden von den innovativen Kleinmotoren der Firma Rotek angetrieben – hergestellt in Bremerhaven.
Die Rotek GmbH & Co. KG wurde im Jahr 2000 gegründet und übernahm das Geschäftsfeld der 1984 durch Paul Hasselbach und Hans-Werner Kausch gegründeten Hasselbach & Kausch Elektrokleinmotoren GmbH in Bremerhaven. Aus damals sieben Mitarbeitern sind inzwischen 28 geworden. Drei Mal musste das Firmengebäude in der Coloradostraße auf dem Gelände der ehemaligen Carl-Schurz-Kasernebereits erweitert werden. Der Bremerhavener Motorenhersteller hat sich zum weltweit liefernden Spezialisten für individuelleAntriebslösungen entwickelt.

Drei Gesellschafter führen das Familienunternehmen: Rolf Treusch ist als Diplom-Ökonom für den kaufmännischen Bereich verantwortlich, sein Vater, Professor Dipl.-Ing. Wilfried Treusch, ist Leiter der Entwicklung, sein Bruder Klaus Treusch, ebenfalls Diplom-Ingenieur, ist für Konstruktion, Produktion und Qualitätssicherung zuständig.

Die Produktion läuft in zwei Phasen ab: In der Fertigung werden die Komponenten für Motoren und Getriebe fast ausnahmslos selbst hergestellt. „Die Zahl der Komponenten ist relativ überschaubar, aber sie ergeben ein Baukastensystem, aus dem wir mehr als eine Millionen Motorenvarianten herstellen können“, verdeutlicht
Rolf Treusch. In dieser zweiten Phase, der Montage, „puzzeln“ die Mitarbeiter teils ganz kundenspezifische, individuelle Antriebslösungen zusammen. „Die Flexibilität und Schnelligkeit, mit der wir unsere Aufträge ausführen, ist nur möglich, weil wir eine große Fertigungstiefe und einen hohen Anteil von Handarbeit haben“, erläutert Treusch.

Trotz der unzähligen Variationen lassen sich die Rotek-Kleinmotoren in vier Produktlinien aufteilen. Robase ist dabei das Basismodell. „Es ist unsere sprichwörtliche Arbeitsbiene“, sagt Rolf Treusch - denn im modern aufgemachten Marketing-Material ist jeder Modellreihe ein geflügeltes Wappentier zugeordnet.

Darauf aufbauend hat Rotek weitere Spezialmotoren entwickelt, mit denen die Bremerhavener Firma auf diegroßen Trends auf dem Markt antwortet. Derer drei hat Rolf Treusch ausgemacht: „Die Motoren sollen leise sein, sie sollen im Sinne der Industrie 4.0 intelligent sein und sie sollen die Umwelt schonen.“ Letzteres liegt der Familie Treusch besonders am Herzen. „Umweltschutz ist für uns ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Fertigung geworden“, sagt Treusch. Seit 2008 ist Rotek Mitglied im Bremer Netzwerk der „partnerschaft umwelt unternehmen“ (puu). 2010 gewann das Unternehmen mit seinem Energiesparmotor Rosync, dem flinken und effizienten Kolibri im Programm, und der GreenDrive-Technologie den „preis umwelt unternehmen: nordwest“. „Dank seiner vielseitigen Einsatzgebiete und des hohen Wirkungsgrades kann mit den Rosync-Motoren eine Menge Energie und CO2 eingespart werden“, versichert der Geschäftsführer.

Roslyde – leise und unscheinbar wie eine Fledermaus – ist dann der vibrations- und geräuscharme Motor. Er wird vor allem im Heimbereich und in Laboren eingesetzt. Romotion schließlich ist der smarte Motor, der zum Beispiel in automatisierten Regalsystemen zum Einsatz kommt und mit anderen Komponenten kommuniziert. Dabei könne sogar auf externe Sensorik verzichtet werden, erläutert Treusch. „Der Motor ist praktisch ein Sensor.“ Rotek bewirbt das innovative Modell mit dem hochintelligenten Raben. „Wir sind technisch auf einem sehr hohen Niveau und schon eine Art Trendsetter in der Branche“, fasst Rolf Treusch nicht ohne Stolz zusammen. 60 Prozent der Motoren werden innerhalb Deutschlands geliefert, 40 Prozent gehen in den Export,ein Großteil davon nach Europa. Über Distributionspartner erreichen die Rotek Motoren aber inzwischen auch Südafrika oder China. „Im vergangenen Jahr ist der Umsatz um 25 Prozent gestiegen“, berichtet Rolf Treusch - keine Seltenheit in den 18 Jahren seit der Firmengründung. Bei Rotek läuft der Motor rund.

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