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Bremerhavener Entwickler Rotek besetzen Marktnische mit handgefertigten Elektromotoren

27.02.2019, Autor: Wolfgang Heumer
Zwei Plüschfiguren - eine Biene und eine Fledermaus - waren auf der jüngsten Industrie-Fachmesse für Elektromotoren der Besucher-Hit.

Verteilt wurden sie vom Bremerhavener Motorenhersteller Rotek. Biene und Fledermaus sowie ein Kolibri und ein Rabe sind in dem Familienunternehmen Symbolfiguren für die in Handarbeit hergestellten kleinen, intelligenten Kraftpakete.

 

Vom Süden auf in den Norden

Als junger Mann war Wilfried Treusch begeisterter Segelflieger. Mit der Geburt seiner Söhne Klaus und Rolf war es aus Rücksicht auf die Familie vorbei mit dem Hobby, an dem die Familie nicht teilhaben konnte. Die Alternative: ein Segelboot. „Das ist wie Segelfliegen, nur in einem anderen Element und mit senkrecht stehender Tragfläche“, sagt Sohn Rolf Treusch im Rückblick auf seine Familiengeschichte: „Also sind wir von Süddeutschland in den Norden an die Küste gezogen.“

Den Traum von der eigenen Firma verwirklicht

Erste Station war Bremen, dort unterrichtete der heute 81-jährige Wilfried Treusch als Professor Mess-, Regelungs- und Steuerungstechnik an der Hochschule. Als der Studiengang für Schiffsbetriebstechnik nach Bremerhaven verlegt wurde, zog die Familie in die Seestadt um. Diese Entscheidung stellte die Weichen zur Verwirklichung eines Lebenstraums von Wilfried Treusch. In Bremerhaven stieß er auf einen kleinen Betrieb für Elektromotoren, den er übernahm. Nun hatte er die Firma, die er am liebsten schon als junger Mann gegründet hätte. Vor 19 Jahren stellte der Ingenieur mit den Söhnen die Weichen für das Unternehmen Rotek-Motoren, das mittlerweile 28 Beschäftige zählt.

Alltagstechnik bekommt mit innovativen Ideen neues Potenzial

Die Montage von Elektromotoren als Lebenstraum? Für einen technischen Laien mag das befremdlich klingen. Schließlich sind die kleinen Kraftpakete Alltagstechnik, die gut 150 Jahre nach der Erfindung nahezu alle Lebensbereiche vom Kinderspielzeug über Haushaltsgeräte bis hin zu jeder Maschine in Handwerk und Industrie in Bewegung halten. „Es gibt unendlich viele Anwendungsmöglichkeiten und fast genauso viele Hersteller“, bestätigt der 48-jährige Rolf Treusch. Als Diplom-Ökonom sei er „das schwarze Schaf“ seiner Familie, sagt er über sich selbst. Dennoch teilt er die Begeisterung seines Vaters und seines 53-jährigen Bruders Klaus – beide sind Ingenieure – für das Potenzial der scheinbar simplen Technik. E-Motoren sind schließlich mehr als Geräte, in denen Strom pulsierend durch Kupferspulen fließt und mit dem dabei erzeugten Magnetfeld den mit Dauermagneten bestückten Rotor in Bewegung setzt: „Mit innovativen Ideen und Produkten kann man in diesem Riesenmarkt eine sehr interessante Nische finden, wenn man sich an den Wünschen der Kunden orientiert“, ist er als kaufmännischer Geschäftsführer überzeugt.

Plüschtiere als ungewöhnliche Werbemittel

Zwei Plüschtiere - eine Biene und eine vampirähnliche Fledermaus - sowie beeindruckende Bilder eines Kolibri und eines Raben sind die Platzhalter für die vier Typen der Rotek-Motoren in der Marktnische, die das Bremerhavener Unternehmen besetzt. Die Biene ist die Symbolfigur für den Motortyp Robase, der bienenfleißig und mit anhaltender Ausdauer alle Standardanwendungen meistert. Mit der Effizienz eines Kolibris geht der von Klaus Treusch entwickelte Motortyp Rosync ans Werk, der mit einem Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent elektrische Energie nahezu doppelt so gut nutzt wie herkömmliche Kleinmotoren.

Intelligente Motorentechnik für die Industrie 4.0

So intelligent wie ein Rabe im Vergleich zu anderen Vögeln ist, so intelligent ist auch der für die Industrie 4.0 konzipierte Motortyp Romotion, der sich selbst steuern und mit anderen Maschinen oder Komponenten einer Anlage kommunizieren kann. Und schließlich ist da noch der extrem leise und vibrationsarme Typ Roslyde, der für den Einsatz in besonders geräuschsensiblen Umgebungen konzipiert ist - so wie sich die Fledermaus in der Stille der Nacht bewegt. „Man muss sich schon etwas anderes einfallen lassen, wenn man als kleiner Hersteller auf einer Messe in drei großen Hallen voller Mitbewerber auffallen will“, begründet Rolf Treusch den Einsatz von Plüschtieren als Werbemittel in einer Technikwelt.

Klasse statt Masse und Kundennähe als Erfolgsrezept

Dass Rotek unter den Branchengrößen eher nicht auffallen würde, steckt in der Unternehmens-DNA. Den ursprünglichen Betrieb mit sieben Beschäftigten übernahm die Familie Treusch im Jahr 2000 von Paul Hasselbach, einem Tüftler, der seine Ideen nicht breit auf dem Markt streute, sondern gezielt an Einzelkunden verkaufte. Das Erbe des 2018 verstorbenen Gründers wird bei Rotek-Motoren in Ehren gehalten: Klasse statt Masse ist die Devise im Haus, das eine Motoren-Manufaktur und keine industrielle Fabrik sein will. „Wir fertigen unsere Motoren weitgehend von Hand, die Teile dazu werden jedoch in Serie gefertigt“, erläutert Rolf Treusch.

Motoren kommen in Förderbändern und Robotern zum Einsatz

Das Unternehmen handelt nach dem Prinzip: Nicht der Kunde muss sich dem Motor anpassen, sondern der Motor wird dem Kunden angepasst. Aus einer Palette von Standardbauteilen lassen sich rund eine Million Motorenvarianten bauen. Häufig sitzen die Spezialisten von Rotek schon mit am Tisch, wenn die Kunden das Gerät noch entwickeln, in das ein oder mehrere Motoren eingebaut werden sollen. Entsprechend vielseitig sind die Verwendungsmöglichkeiten. Rotek-Motoren sind in Förderbändern verbaut, treiben Sonnenschutzanlagen (sogar in der australischen Stadt Perth) an, stecken in Robotern und erbringen Ausdauerleistungen in allen denkbaren Maschinen.

Preisgekrönte Entwicklung spart Energie und schützt das Klima

Das Unternehmen legt Wert auf Qualität. So werden die bei Rotek gefertigten Getriebe der Motoren mit einem Spezialfett gefüllt, dessen 25-Kilogramm-Eimer rund 1000 Euro kostet. „Bei den kleinen Mengen pro Getriebe ist der Preis Nebensache“, sagt Treusch, „aber dieses Fett kann deutlich höhere Belastungen als herkömmliche Schmiermittel vertragen.“ Das dient der Langlebigkeit des Produkts und damit der Zufriedenheit der Kunden. Der Nutzwert für den Kunden hat auch zur bislang größten Innovation des Unternehmens geführt: Der hocheffiziente, preisgekrönte und patentierte Rosync-Motor spart im Vergleich zu einem gleich starken herkömmlichen Motor etwa die Hälfte an elektrischer Energie - und schont damit auch das Klima. Bei einem durchschnittlichen Jahreseinsatz emittiert der rotierende Klimaschützer 150 Kilogramm Kohlendioxid weniger als ein klassisches Kraftpaket.

Arbeiten im Familienteam

Solche preisgekrönten technischen Entwicklungen sind auch Ergebnis des Zusammenspiels von Vater und Söhnen. Als technischer Kopf des Unternehmens kümmert sich Klaus Treusch um die ständige Weiterentwicklung und Verbesserung des Produktprogramms - mit Unterstützung von Papa Wilfried, der auch mit seinen 81 Jahren immer noch im Unternehmen aktiv ist. Rolf Treusch ist für die kaufmännische Leitung und die Vermarktung der innovativen und maßgeschneiderten Antriebslösungen zuständig. Zum gemeinsamen Segeln kamen sie allerdings selten. Wilfried Treusch hatte seinerzeit beim Umzug von Süd- nach Norddeutschland zwar sofort das Potenzial des Landes Bremen erkannt. Aber das Segelboot, das ihn eigentlich in den Norden geführt hatte, „hatte er dann doch nach einigen Jahren wegen des besseren Wetters nach Südfrankreich überführt“, erinnert sich Rolf Treusch.

 

Pressekontakt:

Gerhild Hustädt, PresseCenter Rotek, Telefon: +49 421 40 37 87 bzw. +49 421 24 78-779, Mobil: +49 162 1388 334, E-Mail: gerhild.hustaedt@rotek-motoren.de

 

Hinweis zum Bilddownload in der Marginalspalte:

Das Bildmaterial ist bei themengebundener Berichterstattung und unter Nennung des jeweils angegebenen Bildnachweises frei zum Abdruck.

 

Foto 1: Die Bremerhavener Rotek treiben die technische Entwicklung von Elektro-Motoren voran. Im Bild zu sehen: der Stator eines Elektro-Motors. © WFB / Jörg Sarbach

Foto 2: Rolf Treusch ist für die kaufmännische Leitung und die Vermarktung der innovativen und maßgeschneiderten Antriebslösungen von Rotek zuständig.  © WFB / Jörg Sarbach

Foto 3: Geschäftsführer Rolf Treusch zeigt einen aufgeschnittenen Elektrogetriebemotor © WFB / Jörg Sarbach

 

Der Pressedienst aus dem Bundesland Bremen berichtet bereits seit Juli 2008 monatlich über Menschen und Geschichten aus dem Bundesland Bremen mit überregionaler Relevanz herausgegeben von der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH. Der Pressedienst aus dem Bundesland Bremen arbeitet ähnlich wie ein Korrespondentenbüro. Bei den Artikeln handelt es sich nicht um Werbe- oder PR-Texte, sondern um Autorenstücke, die von Journalisten für Journalisten geschrieben werden.

 

Bei Fragen schreiben Sie einfach eine E-Mail an pressedienst@bremen.de

 

Downloads

Foto 1 Rotek © WFB Jörg Sarbach Dateigröße: 337 kB
Foto 2 Rotek © WFB Jörg Sarbach Dateigröße: 499 kB
Foto 3 Rotek © WFB Jörg Sarbach Dateigröße: 350 kB
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