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Wegweisend für den Wasserstoffstandort Bremerhaven: Bund fördert Innovationszentren mit 200 Millionen Euro

Mit einem Sonderprojekt honoriert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Pläne für nachhaltige Wasserstoffnutzung im Bundesland Bremen.

24.05.2021
Autor: BIS Wirtschaftsförderung

Mit einem Sonderprojekt honoriert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Pläne für nachhaltige Wasserstoffnutzung im Bundesland Bremen. Mit der Preisvergabe ist eine Machbarkeitsstudie verbunden, die auch weitere Projektpartner in Stade und Hamburg einbezieht. Alle drei Standorte hatten sich im Rahmen eines Bundeswettbewerbs um eine Wasserstoffförderung beworben. Statt der regulären Platzierung bekamen die überzeugenden Konzepte einen Sonderstatus beim BMVI.

Als Standorte ausgewählt hat das BMVI zwar Duisburg, Chemnitz und das bayerische Pfeffenhausen. „Doch auch die Bewerbungen von Bremerhaven, Hamburg und Stade waren so interessant, dass wir ihnen eine gemeinsame Untersuchung mit Fokus auf die Luftfahrt und Schifffahrt fördern werden“, erklärte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer anlässlich der Preisvergabe. Das Volumen der Förderung liegt insgesamt bei 200 Millionen Euro. Über die Verteilung der Summe soll im Herbst entschieden werden.

Bremerhaven arbeitet unter anderem daran, ein Testfeld für die Erzeugung von Grünem Wasserstoff aus nachhaltig erzeugtem Strom von Windrädern auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes Luneort aufzubauen und untersucht wirtschaftliche Wasserstoffanwendungen für Mobilität und Industrie. Das Projekt soll Ende 2022 abgeschlossen sein. Es wird mit 20 Millionen Euro vom Land Bremen und mit europäischen EFRE-Mitteln gefördert.

„Dadurch konnten wir erste Grundlagen schaffen, an die wir mit weiteren Projekten in Bremerhaven anknüpfen werden. Das Sonderprojekt ist eine große Anerkennung der Kompetenzen in Sachen Wasserstoff-Forschung in Bremen und Bremerhaven“, sagte die Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Dr. Claudia Schilling. Gleichzeitig setze der Bund mit dieser besonderen Entscheidung ein eindeutiges Signal für den Ausbau der gesamten Region zum Wasserstoff-Innovations- und Technologiezentrum.

„Beim Thema Wasserstoff ist Norddeutschland Vorreiter“, sagte Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa. „Dass sich die Machbarkeitsstudie auf Kernkompetenzen wie Luftfahrt und Schifffahrt konzentriert, ermöglicht es uns, weitere norddeutsche Alleinstellungsmerkmale einzubringen. Für den weiteren Verlauf des Auswahlverfahrens haben wir damit eine hervorragende Ausgangsposition.“ Bei der Schifffahrt setze Bremerhaven mit dem angestrebten Ausbau zum Kompetenzzentrum für Brennstoffzellentechnologie genau die richtigen Schwerpunkte.

„Vorhaben wie dieses sind grüne Meilensteine auf dem Weg zur Wasserstoff-Region. Die Vergabe des Sonderprojektes durch den Bund zeigt, dass wir im Bundesland Bremen auf dem richtigen Weg sind“, betonte Dr. Maike Schaefer, Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau.

Das gelte beim Thema Wasserstoff für die gesamte Bandbreite der Wirtschafts- und Infrastruktur, erklärte Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa. „Besonders in der Luft- und Raumfahrttechnik hat Bremen einen hervorragenden Ruf. Die Forschung an neuen, wasserstoffbasierten Systemen ist auch in diesem Bereich die Zukunft und Teil der Wasserstoffstrategie im Land Bremen.“ Das betreffe ebenfalls die Schifffahrt. Bremerhaven setze als Hafenstadt mit dem angestrebten Ausbau zum Kompetenzzentrum für Brennstoffzellentechnologie genau die richtigen Schwerpunkte.

Aus Sicht des Bremerhavener Oberbürgermeisters Melf Grantz ist die Entscheidung des BMVI für das Sonderprojekt eine Auszeichnung für den Standort Bremerhaven und alle angeschlossenen Projektpartner. „Der Bund hat eindeutig erkannt, welches Potenzial hier beim Thema Wasserstoff zusammengeführt werden kann. Gemeinsam haben wir nun die Chance, uns als starkes Team in Norddeutschland für die Nutzung des Wasserstoffs in Wirtschaft und Wissenschaft aufzustellen.“

Begrüßt wird die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums auch vom Maritimen Cluster Norddeutschland e.V. ausgehend von der Geschäftsstelle Bremen. „Als assoziierter Partner freuen wir uns darüber und unterstützen dies sowohl länderübergreifend in den Standorten Bremen/Bremerhaven, Stade und Hamburg als auch branchenübergreifend in der Luftfahrt und der Schifffahrt“, sagte Geschäftsstellenleiter Andreas Born.

Aviaspace Bremen e.V., verantwortlich für die Umsetzung der Luft- und Raumfahrtstrategie des Landes Bremen, sieht das Sonderprojekt als Auftakt einer übergreifenden Kooperation. „Die Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus der Luft- und Raumfahrtindustrie werden ihre umfangreiche Expertise im Bereich der Wasserstofftechnologien interdisziplinär einbringen. Die langjährige Zusammenarbeit mit Stade und Hamburg ist dabei von großer Bedeutung“, erklärte Holger Oelze, Vorstandsvorsitzender von AviaSpace e.V.

Dafür spricht sich auch der Leiter des Forschungsbereiches bei Airbus Bremen, Daniel Reckzeh, aus: „Wir freuen uns über diesen wichtigen Erfolg für die Wasserstoffaktivitäten in Norddeutschland. Für die Airbus Initiative zum emissionsfreien Fliegen mit Wasserstoff ("ZEROe") ist neben der Antriebstechnologie im Flugzeug auch die Entwicklung der Kompetenzen für Versorgung und Betrieb von ganz zentraler Bedeutung". Zusammen mit den Airbus Wasserstoffaktivitäten rund um das Bremer Forschungszentrum ECOMAT könnten sich sehr interessante Kooperationsmöglichkeiten ergeben.

Beteiligte der ursprünglichen Bewerbung im Standortwettbewerb Wasserstoff des Bundes aus Bremerhaven sehen das Sonderprojekt als wichtigen Schritt auf dem Weg in die Wasserstoff-Zukunft. „Das ist eine ausgezeichnete Nachricht. Die Wasserstofftechnologie wird einen ähnlichen Effekt auf die Wirtschaft und unsere Zivilisation haben, wie die Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Wir in Bremerhaven sind vorn mit dabei. Das ist fantastisch“, betonte Marcus Rönner, Geschäftsführer der Stahlbau Nord GmbH.

„Mit dem Ausbau der Green Economy am Standort Bremerhaven setzen wir bereits seit einigen Jahren auf eine nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung“, erklärte Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer der Bremerhavener Gesellschaft für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung (BIS). „Mit der Vergabe des Sonderprojektes erkennt das BMVI diese Strategie an und forciert gleichzeitig den Aufbau eines Wasserstoff-Kompetenzzentrums an der deutschen Nordseeküste. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Stade und Hamburg.“

Die beteiligten Projektpartner haben bereits eine gemeinsame Lenkungsgruppe aufgestellt. Ende Mai wird es unter der Federführung des BMVI eine digitale Kickoff-Veranstaltung geben. Dort werden die weitere Vorgehensweise und die Inhalte der Machbarkeitsstudie für den norddeutschen Wasserstoffverbund Bremen, Stade, Hamburg auf den Weg gebracht. Im September steht dann fest, zu welchen Teilen die 200 Millionen Euro der Fördersumme auf welche Projekte verteilt werden.

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