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Wir planen voraus – für eine Hafenstadt mit Zukunft

In Bremerhaven wird nicht gewartet, bis der Druck zu groß wird. Während vielerorts noch darüber diskutiert wird, wie man auf leere Innenstädte, Fachkräftemangel oder den Strukturwandel reagieren soll, arbeiten wir als Wirtschaftsförderung gemeinsam mit den städtischen Vertretern und Vertreterinnen daran, die nächsten Schritte vorzubereiten. Entwicklung von Bebauungsplänen, Sicherung von Flächen, Neudenken von Quartieren und Aufbau von Energieinfrastruktur.

19.05.2026
AutorIn: BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven

Bremerhaven steht seit 200 Jahren für Aufbruch. Für Menschen, die starten. Für Ideen, die ausprobiert werden. Für eine Stadt, die sich immer wieder neu erfindet.

„Unsere Geschichte ist eine Geschichte von Innovation, von mutigen Menschen und von Veränderung“, sagt Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer der BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven. „Kaum eine Stadt in Deutschland hat in so kurzer Zeit so viele wirtschaftliche Umbrüche und Entwicklungen erlebt wie wir. Vielleicht sind wir gerade deshalb ziemlich gut darin geworden, uns immer wieder neu auszurichten.“

Diese Erfahrung prägt auch, wie wir heute auf unsere Stadt schauen. Denn Stadtentwicklung, Wirtschaft und Lebensqualität lassen sich längst nicht mehr getrennt denken – sie entstehen gemeinsam und beeinflussen sich gegenseitig. Genau daraus ergibt sich auch der Anspruch an unsere Stadtentwicklung.

Stadtentwicklung entscheidet über Zukunft

Entscheidungen werden heute anders als noch vor wenigen Jahrzehnten getroffen. Die erste Frage lautet nicht mehr: Wo kann ich arbeiten? „Heute ist die Frage nach dem Standort im Mittelpunkt: Wo will ich leben und arbeiten?“, führt Schnorrenberger aus. „Und deshalb muss das Lebensumfeld so sein, dass Menschen sich vorstellen können, hier zu bleiben oder hierher zu kommen.“

Innenstadtentwicklung, neue Wohnquartiere, Energieinfrastruktur, Hafenstrategie – all diese Themen greifen deshalb ineinander. Wer heute eine Stadt plant, gestaltet gleichzeitig ihre wirtschaftliche Zukunft.

Daraus hat sich der Ansatz entwickelt, der mit neuen Quartieren wie dem Werftquartier, mit Entwicklungsflächen wie dem LUNEDELTA, mit der Transformation der Innenstadt rund um das NOVO Bremerhaven nicht isolierte Einzelprojekte, sondern eine größere Vision verfolgt. Und diese Vision betrifft nicht nur Gebäude oder Infrastruktur.

Orte, an denen Stadtleben entsteht

Wenn Städte heute über ihre Zukunft nachdenken, geht es um Orte, an denen Menschen sich begegnen können. In der Stadtentwicklung wird dafür häufig der Begriff des „Dritten Ortes“ verwendet. „Der dritte Ort ist der Ort zwischen Zuhause und Arbeit, an dem man sich gerne aufhält, ohne Verpflichtung, ohne Schwelle“, sagt Schnorrenberger.

Gerade Innenstädte können solche Orte sein: Orte für Austausch, Kultur, Gastronomie, Bildung und spontane Begegnungen. Orte, an denen Menschen bleiben und nicht nur vorbeikommen.

Die Entwicklung der Innenstadt in Bremerhaven folgt genau dieser Idee. „Wir brauchen einen attraktiven neuen Standort – als Impuls für die Innenstadt und als Ort, der Menschen anzieht. Mit dem NOVO Bremerhaven schlagen wir den richtigen Weg für eine zukunftsfähige Stadt ein”, so Melf Grantz, Oberbürgermeister. Projekte wie dieses, neue öffentliche Räume und eine stärkere Verbindung zwischen Innenstadt und Hafen sollen genau solche Aufenthaltsqualitäten schaffen.

Eine Innenstadt, die nicht nur funktioniert – sondern lebt. Dass solche Entwicklungen möglich sind, hat auch mit der besonderen Struktur unserer Stadt zu tun.

Der Mut, Dinge anders zu machen

Ein Vorteil Bremerhavens sind seine Strukturen: kurze Wege, direkte Abstimmungen, eine Verwaltung und Wirtschaftsförderung, die den Wandel seit Jahrzehnten kennt. „Wir sind eine überschaubare Großstadt“, sagt Schnorrenberger. „Und durch den Strukturwandel haben viele hier verstanden: Wir müssen uns manchmal ein bisschen schneller drehen als andere.“

Das zeigt sich auch in der Art, wie Projekte umgesetzt werden. Verfahren werden ausprobiert, Kooperationen zwischen Wirtschaft, Forschung und Verwaltung entstehen schnell. Neue Ideen werden nicht nur diskutiert, sondern getestet. „Manchmal muss man auch Mut haben und riskieren, einen Schritt vielleicht etwas zu früh zu gehen“, erläutert Schnorrenberger. „Aber besser, man versucht etwas – als es hinterher zu bereuen.“

Der Hafen als DNA

Bei allen neuen Themen bleibt ein Kern unverändert: das Maritime. „Ohne Hafen gäbe es Bremerhaven nicht“, sagt Schnorrenberger. „Das Maritime ist unsere DNA.“

Der Hafen prägt nicht nur die Silhouette der Stadt. Er bestimmt Wertschöpfungsketten, Forschungsschwerpunkte und die Entwicklung neuer Technologien. Offshore-Windenergie, maritime Forschung, Wasserstoffanwendungen oder Logistik – vieles davon entsteht hier, weil die Verbindung zum Wasser vorhanden ist.

„Alles, was wir hier tun, hat einen maritimen Bezug“, so Schnorrenberger. „Das ist unsere Existenzberechtigung.“ Deshalb entstehen viele der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte auch dort, wo Wasser und Stadt zusammentreffen.

Zukunft entsteht dort, wo Menschen sie gestalten

Bremerhaven war schon immer eine Stadt in Bewegung. Auswanderungshafen, Schiffbau, Fischerei, Luftfahrt, Offshore-Windenergie – immer wieder sind hier neue wirtschaftliche Kapitel entstanden. Was uns dabei auszeichnet, ist die Fähigkeit, Chancen zu erkennen und uns immer wieder neu zu erfinden.

„Bremerhaven entwickelt sich ständig weiter“, sagt Schnorrenberger. „Deshalb gehört es zu unserem Selbstverständnis, flexibel zu bleiben und neue Themen früh aufzugreifen.“ Gerade diese Erfahrung prägt auch unseren Blick nach vorn. Wir wissen, dass Zukunft nicht einfach entsteht – sie wird gestaltet. Deshalb planen wir voraus, bereiten Entwicklungen vor und schaffen Raum für neue Ideen. Nicht aus kurzfristiger Euphorie, sondern aus der Überzeugung heraus, dass sich eine Stadt nur dann gut weiter entwickelt, wenn ihre Zukunft aktiv gestaltet wird.

Bremerhaven entwickelt sich dabei nicht allein. Politik, Verwaltung, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und städtische Gesellschaften arbeiten eng zusammen. Diese Zusammenarbeit ermöglicht Dinge, die an größeren Standorten oft länger dauern würden und schafft Raum für neue Ideen.

„Das Spannende an Bremerhaven ist“, sagt Schnorrenberger, „dass man hier wirklich etwas bewegen kann.“ Vielleicht ist genau das der eigentliche Kern dieser Stadt: nicht der Hafen, nicht die Gebäude, nicht die Projekte. Es sind die Menschen, die entschieden haben, Zukunft nicht abzuwarten, sondern sie gemeinsam zu gestalten.

„Zukunftsfähige Stadtentwicklung betrifft heute jede Stadt. Die Rahmenbedingungen verändern sich ständig, und wir müssen darauf reagieren. Für uns gehört deshalb Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung untrennbar zusammen. Man entscheidet heute nicht mehr nur danach, wo man arbeiten kann – sondern zuerst danach, wo man leben will. Deshalb müssen wir unsere Stadt so entwickeln, dass Menschen sich vorstellen können, hier zu bleiben oder hierher zu kommen.“ 

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