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Diversity als Zukunftsfrage: Wie CVS Vielfalt strukturiert verankert

Die CVS Ingenieurgesellschaft mbH aus Bremen hat sich auf den Weg gemacht, Vielfalt im Unternehmen nicht nur zu leben, sondern strategisch zu verankern. Mit Unterstützung der Förderung „Diversity in KMU“ der BAB – die Förderbank für Bremen und Bremerhaven, hat das Softwareunternehmen ein strukturiertes Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht.

11.12.2025
Autor: ctrl./ BAB Bremen

Vielfalt bewusst gestalten, statt dem Zufall zu überlassen 

Im Wettbewerb um Fachkräfte wird der Umgang mit Vielfalt für Unternehmen zunehmend zu einem strategischen Thema. Diversity steht dabei nicht mehr nur für Gleichberechtigung, sondern auch für Innovationsfähigkeit, Resilienz und Zukunftssicherheit. Die CVS Ingenieurgesellschaft mbH aus Bremen, Anbieter der ERP-Software ALPHAPLAN und IT-Systemhaus, hat diesen Wandel früh erkannt.

„Diversity war bei CVS schon immer als Thema in der DNA verankert“, sagt Dorothee Pioner aus dem Bereich People & Organisational Development. „Aber wir haben uns ehrlich gefragt: Wie vielfältig sind wir denn wirklich und wie können wir das strukturiert weiterentwickeln?“ Diese Frage wurde zum Ausgangspunkt eines Veränderungsprozesses, den CVS mit Unterstützung der Förderung „Diversity in KMU“ angestoßen hat.

Weg vom Bauchgefühl, hin zu Erkenntnissen und Dialog

Das Unternehmen beschäftigt rund 170 Mitarbeitende und wächst seit Jahren. Gleichzeitig zeichnet sich ein Generationswechsel ab, Know-how muss gesichert und weitergegeben werden. Um fundierte Entscheidungen treffen zu können, wollte CVS zunächst den Status quo verstehen.

Der erste Schritt war daher eine anonyme Mitarbeitendenbefragung. Sie bildete die Grundlage für alle folgenden Maßnahmen. „Uns ging es nicht vorrangig um Zahlen, sondern um Gedanken und Empfindungen“, sagt Dorothee Pioner. „Wir wollten wissen: Was brauchen unsere Mitarbeitenden, damit Vielfalt nicht nur ein Begriff bleibt, sondern sich im Alltag widerspiegelt?"
Die Ergebnisse machten deutlich: Viele Kolleg:innen wünschen sich mehr Transparenz, Beteiligung und strukturelle Unterstützung in Bereichen wie Zusammenarbeit, Wissensweitergabe und respektvolles Miteinander.

Bewusstsein schaffen: Führungskräfte als Schlüssel 

Vielfalt lässt sich nicht per Leitbild verordnen, sie entsteht im Arbeitsalltag. Deshalb hat CVS ein Trainingsprogramm für Führungskräfte entwickelt. Themen wie inklusive Führung und demografischer Wandel standen im Mittelpunkt.

„Die Reaktionen unserer Führungskräfte waren anfangs neugierig, aber auch ein wenig unsicher“, erzählt Pioner. „Das ist völlig normal. Diversity ist ein umfassendes Thema. Viele haben gesagt: Darüber habe ich mir bisher noch gar nicht so intensiv Gedanken gemacht.“
Genau da setzt das Training an: Vielfalt braucht Bewusstsein, Reflexion und Verantwortung. Erste Effekte sind bereits sichtbar: Führungskräfte beziehen Mitarbeitende stärker ein und Entscheidungen werden transparenter getroffen.

Respektvolle Zusammenarbeit: Mobbingprävention als Kulturbaustein 

Ein wichtiges Handlungsfeld für CVS ist auch die Mobbingprävention. Für das Unternehmen ist die wertschätzende Unternehmenskultur seit jeher ein Teil der Unternehmens-DNA. Um ein generelles Mobbingrisiko in Bereichen wie Gender und Diversity, Inklusion und Demographie sichtbar zu machen und Mitarbeitende dafür weiter zu sensibilisieren, entwickelt CVS deshalb ein strategisches Konzept und strukturierte Formate zur Gestaltung des Umganges damit.

„Das Thema erfordert Fingerspitzengefühl“, betont Pioner. „Wir haben sichere Räume durch unseren digitalen anonymen „Kummerkasten“ oder auch durch unsere Vertrauenspersonen, bei denen Herausforderungen jederzeit im geschützten Rahmen angesprochen werden können. Aber wir wollen für das Thema strukturierte Formate entwickeln damit Mobbing bei CVS kein Thema wird.“ Dazu sensibilisieren Workshops und interne Austauschformate, wo eventuell Grenzen überschritten werden könnten.

Transparenz durch Daten: Diversity messbar machen 

Um Fortschritte sichtbar zu machen, führt CVS zusätzlich eine diversitätssensible Software ein. Damit werden Kennzahlen erfasst, die Entwicklungen im Unternehmen nachvollziehbar machen.
„Die Zahlen sind für uns kein Selbstzweck“, stellt Pioner klar. „Wir wollen Transparenz schaffen, um wirksam steuern zu können.“ So wird sichtbar, wie sich beispielsweise Teamzusammensetzungen entwickeln oder welche Maßnahmen Wirkung zeigen.

Wissen sichern: Wenn Generationen zusammenarbeiten

Ein weiteres wichtiges Thema bei CVS ist der Wissenstransfer. Hierbei sollen Formate entwickelt werden, damit sich die unterschiedlichen Generationen austauschen und Erfahrungen und Sicht- oder Arbeitsweisen miteinander teilen können.

„Der Bereich Wissensaustausch zwischen den Generationen bewegt uns stark, sagt Pioner. Wir versprechen uns hiervon einen sehr großen Mehrwert für die Zusammenarbeit. Die Förderung hilft uns dabei, Strukturen aufzubauen, damit die Erfahrung aller Generationen miteinander verbunden werden kann.“ Ein Baustein ist hier auch die entstehende „History Wall“. Sie macht die Entwicklung im Unternehmen sichtbar und stärkt die Identifikation im Team.

Förderung als strategischer Hebel

Die Förderung „Diversity in KMU“ hat es CVS ermöglicht, notwendige Ressourcen für den Prozess aufzubauen - von Analyse über Wissensvermittlung bis zur Umsetzung. Das Projekt wird im Rahmen der Förderung, der BAB – die Förderbank für Bremen und Bremerhaven, umgesetzt und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation kofinanziert. Substanziell wurde vor allem eins: Der Wandel wird nicht als kurzfristiges Projekt verstanden, sondern als langfristige Entwicklung.

„Mit dieser Förderung haben wir die Möglichkeit, das Thema strukturiert anzugehen und voranzubringen“, fasst Pioner zusammen. Diversity ist für CVS kein Trendprojekt, sondern Teil der Zukunftsstrategie.

„Einfach anfangen“ - Empfehlung an andere Unternehmen

Was rät Pioner anderen Unternehmen, die sich mit dem Thema Diversity befassen wollen? Ihre Antwort ist pragmatisch: „Aus meiner Sicht lohnt es sich wirklich für jedes Unternehmen. Diversity ist nicht nur für CVS keine Modefrage, sondern eine Zukunftsfrage. Ich sehe das auch tatsächlich als Wettbewerbsvorteil.“

Der wichtigste Schritt: anfangen. „Es braucht keine perfekten Konzepte. Wichtig ist zuhören, die Mitarbeitenden fragen und gemeinsam erste Schritte gehen.“ Die Unterstützung durch Programme wie „Diversity in KMU“ könne dabei entscheidend sein, sagt sie: „So eine Förderung hilft wirklich essenziell, Struktur in die Entwicklung zu bringen.“

Ausblick: Vielfalt als Lernprozess

CVS versteht Diversity als Organisationsentwicklung. Die nächsten Schritte sind bereits in Planung: interne Lernplattformen, Peer-Gruppen, Dialogformate sowie eine systematische Verankerung in Personalprozessen.

„Vielfalt entsteht nicht von selbst. Man muss Strukturen dafür schaffen!“ sagt Pioner. Der Kurs ist gesetzt: CVS will ein Umfeld schaffen, in dem Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Erfahrungen und Perspektiven gemeinsam die Zukunft gestalten.

 

Bildmaterial

  1. CVS_20230606-Fotoshooting27_BAB.jpg.73693.jpg
    Dateigröße: 0,3 MB
  2. CVS_20230606-Fotoshooting13_BAB.jpg.73698.jpg
    Dateigröße: 0,2 MB

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