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Automatischer Genuss im Minutentakt - Der Hot-Dog-Automat

Ein Automat, der in wenigen Minuten einen frischen Hotdog produziert? Es klingt nach einem Traum aus dem Schlaraffenland, ist im Prototyp aber schon Wirklichkeit. Die Geschwister Eleonora und Davit Bulghadaryan haben die Maschine gemeinsam mit den Ingenieuren Hamza Mujic und Hanil Altunergil in Berlin erdacht und entwickelt. Für die Serienproduktion ziehen sie nun nach Bremerhaven.

16.03.2026
AutorIn: Wolfgang Heumer

Dr. Eleonora Bulghadaryan und ihr Bruder Davit haben wie auch Hamza Mujic und Hanil Altunergil mit dem Thema Gastronomie früher wenig zu tun gehabt. Die junge Frau hat im Studienfach Kommunikation promoviert; ihr Bruder ist Informatiker und Mathematiker; Hamza und Hanil sind Entwicklungsingenieure. Dennoch haben die vier eine Idee in die Wirklichkeit umgesetzt, die neue Impulse für die Gastronomie geben kann und leckeres Essen an überraschende Orte bringt. Sie haben einen Hotdog-Automaten entwickelt, der auf Knopfdruck den beliebten Snack sowie andere Fastfood wie Burger oder Bratwurst zubereitet. Flughäfen, Einkaufszentren, bei Touristen beliebte Orte - die Einsatzmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. „Die Entwicklung hat mehr als fünf Jahre gedauert“, berichtet Eleonora. Bei der Premiere des Prototyps in einem Berliner Elektronikmarkt hätten die Menschen Schlange gestanden. Das hat dem Entwicklerteam Mut gemacht - jetzt wollen sie die Serienproduktion starten. Und ziehen dafür aus der Hauptstadt nach Bremerhaven.

Mit dem Hotdog-Automaten einen Kindheitstraum erfüllt
Der Kunde oder die Kundin wirft das Geld in den Automaten; in dem Moment beginnt die Maschine damit, die Wurst zu grillen oder zu brühen; parallel rutscht die obligatorische Brötchenhülle in den Toaster; nur Augenblicke später werden beide Zutaten von Roboterarmen zusammengefügt, um Ketchup, Senf und Hotdog-Creme ergänzt - und schon kann der Genuss beginnen. „Das dauert insgesamt nur ein paar Minuten“, versichert Eleonora Bulghadaryan. „Mein Bruder hat immer schon von einer solchen Maschine geträumt“, ergänzt sie mit einem Lächeln. Und weil er so fest an den Erfolg dieser Idee geglaubt hat, hat sie Davit von Anfang an unterstützt und schon vor geraumer Zeit in ihrem gemeinsamen Start-up MeiCook die Verantwortung für Marketing und Kommunikation übernommen.


Ein Markt sei für die Maschine auf jeden Fall vorhanden, ist das Gründerteam überzeugt. Hotdogs gehören zu den beliebtesten Fast-Food-Angeboten weltweit; zudem könne die Maschine auch Burger oder andere „Schnelldreher“ produzieren, wie beliebte Gerichte in der Gastronomie genannt werden. „Der Vorteil des Automaten liegt darin, dass man ihn praktisch an allen Orten mit einer hohen Besucherfrequenz aufstellen kann“, erläutert Eleonora Bulghadaryan. Das Gerät ist so konzipiert, dass es das gewünschte Produkt frisch zubereitet. Egal ob Hotdog oder Burger oder ein anderes schnelles Essen: „Die Rohware lagert in Kühlfächern und wird erst entnommen, wenn eine Bestellung da ist“, sagt die Marketing-Fachfrau. Das gesamte System ist nach ihren Angaben hermetisch nach außen abgeschlossen, erst wenn der Käufer oder die Käuferin das fertige Stück in Empfang nimmt, öffnet sich ein in dem Moment vom Innenraum abgetrenntes Ausgabefach.

Vollautomatische Verarbeitung von empfindlichen Rohwaren
Fünf Jahre haben die Geschwister gemeinsam mit beiden befreundeten Ingenieuren an dem technischen Konzept gearbeitet. Davit Bulghadaryan entwickelt parallel dazu die Software für die Prozesssteuerung. „Das war nicht so einfach, weil das Gerät vollautomatisch arbeitet und zugleich höchst unterschiedliche Rohwaren zu ebenso unterschiedlichen Produkten verarbeitet“, berichtet seine Schwester. Als eine besondere Herausforderung erwies sich die technische Umsetzung des Verpackungsprozesses - Hotdogs und Burger sind empfindliche Produkte, zudem haben sie eine komplexe Form. Parallel dazu entwickelten die vier das Vermarktungskonzept. „Wir werden die Geräte nicht verkaufen, sondern selbst betreiben oder im Franchise-Verfahren an Betreiber abgeben“, sagt die Unternehmerin. Der Hotdog-Automat ist als pflegeleichtes Gerät konzipiert; nur einmal am Tag muss jemand die Zutaten auffüllen und nach dem Rechten sehen.

Bremerhavens lockt mit gutem Ruf und Standortvorteilen Startups aus Berlin an
Nachdem die in Berlin entwickelte Maschine die Serienreife erreicht hat, soll nun die Fertigung beginnen. Dass Bremerhaven der Produktionsort werden soll, ist offenbar dem guten Ruf des Standortes in der der deutschen Gründerszene zu verdanken. In Berlin gehörten die Bulghadaryans mit MeiCook der Gründerwerkstatt Adlershof an: „Im Gespräch mit anderen Gründern haben wir erfahren, dass es in Bremerhaven eine gute Beratung und Unterstützung durch das Starthaus Bremerhaven gibt“, berichtet Eleonora. Zudem gebe es hier mit dem Technologie-Transferzentrum ttz Bremerhaven einen wichtigen Partner für die weitere technische Entwicklung. „Und natürlich ist es für uns sehr wichtig, dass Bremerhaven ein großer Standort der modernen Lebensmittelindustrie ist“, betont Eleonora. 

Ihr Büro wird das Gründerteam zunächst dank der Unterstützung durch das Starthaus im Bremerhavener Innovations- und Gründerzentrum BRIG einrichten. Die Suche nach einer geeigneten Produktionshalle ist kurz vor dem Abschluss. Anfang 2026 soll die Produktion anlaufen. „Wir haben schon eine Menge Anfragen“, freut sich Eleonora Bulghadaryan. Der Traum aus dem Schlaraffenland ist auf dem Weg, Wirklichkeit zu werden.

Bildmaterial

  1. 20260317_MeiCook Hotdog Automat.jpeg
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