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Was Lady Gagas Schuhe mit Bremerhaven zu tun haben: Designer David Kotowski stattet Models und Pop-Musiker aus

26.08.2019, Autor: Wolfgang Heumer
Zugegeben – die Mode, die der Bremerhavener David Kotowski entwirft, ist nicht jedermanns Sache. Soll sie auch nicht, betont der 24-jährige Designer: „Der Massenmarkt ist nicht mein Ding. Ich möchte mit Begeisterung und individuell gestalten und nicht bloß mit viel Routine an bestehenden Kollektionen Details verändern.“ Deswegen geht er auf dem Weg zum Erfolg auch keine Kompromisse ein.
„Ich will eine Weltmarke werden“

Was kann man mit einem Apfel aus Pappmaschee machen, den man im Kunstunterricht in der Schule gebastelt hat? „Man kann Schuhe daraus gestalten“, überlegte sich David Kotowski als Schüler. Gedacht –gemacht. Für den heute 24-jährigen Bremerhavener war die Aufgabe aus der Schulstunde ein Schlüsselerlebnis: „Ich habe gespürt, dass Mode und Gestaltung mein Ding sind.“ Seit diesem Augenblick ist er beharrlich dabei, seinem ehrgeizigen Ziel immer näher zu kommen: „Ich will eine Weltmarke werden.“ Wer sich auch nur ein wenig mit dem jungen Mann unterhält, bekommt schnell die Überzeugung: Er wird das erreichen.

Die ersten Schritte zum Erfolg hat er geschafft. Einen Künstlernamen hat er sich zugelegt, der sich langsam zum Markenzeichen entwickelt. „Didaldi“ ist bereits in seinem Pass eingetragen. Sein Vorname David steckt darin. Und der Name des italienischen Komponisten Antonio Vivaldi – den hat David Kotowski schon als Kind gerne gehört.

 Der Bremerhavener will sich vom Massenmarkt abheben

Die Modewelt, in die sich Didaldi seit jener fernen Kunststunde immer tiefer hinein bewegt hat, teilt sich in unterschiedliche Kontinente, wenn nicht sogar in verschiedene Planeten. Den meisten Umsatz erzielt die Modebranche auf dem Massenmarkt. Zweifelsfrei sind die Produkte in den Augen der meisten Betrachterinnen und Betrachter schick und anziehbar. David Kotowski sieht das anders: „Es sind eigentlich keine grundlegenden neuen Sachen, die jede Saison auf den Markt kommen.“ Statt wirklich innovative Ideen zu entwickeln, „verändern die Designer der großen Modeketten hier mal ein Detail und da mal. Das muss doch furchtbar langweilig sein“, ist der junge Mann überzeugt.
 
Luxuslabels sind seine Sache nicht

Der zweite Kontinent der Modewelt widmet sich der Luxusware – und ist auch nichts für den Bremerhavener. „Das gehört nach Düsseldorf“, sagt er mit einer ähnlichen Distanz in der Stimme, mit der Musiker Herbert Grönemeyer schon 1984 in seinem Hit „Bochum“ die Königsallee in seiner Heimatstadt von der gleichnamigen Glitzermeile am Rhein unterschied. Berlin wäre da schon eher die passende Stadt, meint David Kotowski. Die Hauptstadt hat die richtige Atmosphäre für jemanden, der sich nicht an Konventionen hält.

Bremerhaven statt Berlin

Natürlich wäre Didaldi gut in Berlin aufgehoben. Doch David Kotowski liebt seine Heimatstadt Bremerhaven, ihren ehrlichen Charme und den Hintergrund einer unverfälschten Hafen- und Arbeiterstadt. Dennoch hat er seine Geburtsstadt für ein paar Jahre verlassen. Um Design zu studieren, zog er in die Heimat seiner Eltern, die vor 30 Jahren aus Polen nach Bremerhaven ausgewandert waren. In Krakau besuchte er drei Jahre die Hochschule für Kunst und Design. Zunächst war es eine rein finanzielle Überlegung, nicht in einer der Design-Hochburgen hierzulande zu studieren: „In Deutschland kostet ein derartiges Studium monatlich mindestens 600 Euro für Gebühren und Material, in Polen kommt man damit ein ganzes Jahr aus.“

Das Designstudium in Polen erlaubte ihm viele Freiheiten

In Polen lernte er, dass in der Gestaltung viele Wege erlaubt sind. Diese gewährte Freiheit zahlte sich nach der Rückkehr in seine Heimatstadt aus. In Bremerhaven erkannte jemand im Kulturamt seine Talente und hielt ihn mit einem kleinen Stipendium vom Umzug nach Berlin ab. 

High Heels mit filigraner Blumenkunst

Nun entwirft und näht David Kotowski seine Werke in einem ehemaligen Ladenlokal im Stadtteil Geestemünde, das ein Freund für die eigenen künstlerischen Arbeiten als Studio angemietet hat. Seine Lieblingsmaterialien sind Lackfolien, Kunstleder und -pelze. Obwohl sie alles andere als leicht zu verarbeiten sind, schafft es David Kotowski, dem schweren Stoff eine gewisse Leichtigkeit zu geben.

Er fertigt derbe Schuhe aus grob zusammengenähtem Kunstlack-Leder, kupferfarbene High Heels, aus deren vorderen Spitzen eine Art Blumenvase mit filigraner Kunstblume aus Draht „wächst“, Jacken mit einem scheinbar schweren Materialmix aus groben Webstoffen, dicker Folie von der Art einer Lkw-Plane, dazu ein Kleid mit Kunstfellbesatz an den Säumen, das an die Charleston-Kleider der 1920er erinnert.

„Ich will das scheinbar Untragbare tragbar machen“

Die Entwürfe verblüffen im ersten Moment, dann offenbaren sie nach und nach den eigentlichen Ansatz des jungen Künstlers: „Ich will das scheinbar Untragbare tragbar machen.“ Anfangs produzierte er die Stücke auf der Nähmaschine seiner Mutter. Mittlerweile hat er in eine Profimaschine investiert. Andere Designer geben ihre Entwürfe außer Haus an externe Schneider. Didaldi behält die Stoffe bewusst in der eigenen Hand: „Meine Arbeiten entstehen aus dem Gefühl heraus. Wie Falten fallen sollen, muss man beim Umgang mit dem Material spüren. Das kann man nicht in einer Skizze vorgeben.“
 
Seine Entwürfe fallen auf – auch den Modeprofis

Natürlich können bei dieser Arbeitsweise nur Einzelstücke entstehen. Große, reproduzierbare Massenkollektionen sind aber ohnehin nicht das Ding von David Kotowski. Die Einzelstücke sind nicht dafür geeignet, sie tagsüber auf der Straße zu tragen. Es sind Entwürfe, die auffallen sollen - und es tatsächlich tun: Die Redaktion der polnischen Version der Castingshow „Next Topmodel“ wurde auf David Kotowski aufmerksam. In Mexiko wurde eine Independent-Filmproduktion von ihm ausgestattet. Immer wieder gibt er Fotografen, die er kennengelernt, Stücke mit. Aktuell beispielsweise nahm ein Bildkünstler Entwürfe von Didaldi zu Fotoshootings mit in die USA. Er wird sie Künstlern anbieten und auch Modeagenturen, die auf der Suche nach außergewöhnlichen neuen Ideen sind.

Für den Erfolg geht er keine Kompromisse ein

Auch wenn die extravaganten Kreationen nicht wiederholbar sind und mit nicht unerheblichen Materialkosten verbunden sind, gibt David Kotowski sie ohne zu zögern kostenlos aus der Hand. Denn er weiß, dass diese Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert. Auf dem Weg zum Erfolg geht er keine Kompromisse ein. „Um meine Überzeugung von Design zu leben, jobbe ich lieber zwischendurch irgendwo für meinen Lebensunterhalt“, betont er.
 
Schuhe für Lady Gaga

Mit der ihm eigenen Beharrlichkeit schaffte er es auch, dem amerikanischen Pop-Star Lady Gaga am Rande eines Konzerts seine Schuhe zukommen zu lassen – und bekam von ihr dafür die entscheidende Anerkennung: „Nach dem Konzert damals in Berlin trug sie meine Schuhe“, freut sich David Kotowski auch vier Jahre danach noch, „und sie hat mir zugerufen, ich solle auf jeden Fall weitermachen.“ Es waren die Schuhe, die er für den Kunstunterricht aus dem Pappmaschee-Apfel entworfen hatte – und mit denen sein Schritt in die Designszene begann.


Pressekontakt:
David Kotowski, Didaldi, E-Mail: hausofdidaldi@outlook.com, Instagram: instagram.com/didaldi/


Bildmaterial:
Foto 1: Bremerhavener Designer David Kotowski stattet mit seinen Kreationen Models, Fotografen und Filmproduktionen weltweit aus. © WFB/Jörg Sarbach

Foto 2: Ein ehrgeiziges Ziel für einen ehrgeizigen Designer: „Ich will eine Weltmarke werden.“ © WFB/Jörg Sarbach

Foto 3: David Kotowskis Kreationen sind Einzelstücke: tragbare Kunst. © WFB/Jörg Sarbach
 
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