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Passive Fischerei von Taschenkrebsen

05.06.2020, Autor: BIS Bremerhaven
In dem Gemeinschaftsprojekt wollen das Thünen Institut für Seefischerei, das AWI und die WindMW Service GmbH Synergieeffekte zwischen Windparkbetreibern und Aquakulturwirtschaft erforschen.

In Bremerhaven sind mit dem Thünen-Institut für Seefischerei und dem Alfred-Wegener-Institut Helmholtz - Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) zwei renommierte Forschungsinstitutionen beheimatet, die sich dem Schutz unserer (Meeres-)Umwelt widmen. Zusammen mit dem Bremerhavener Windparkbetreiber WindMW Service GmbH wollen die drei als Kooperationspartner die Möglichkeiten der Co-Nutzung von Offshore- Windparks erforschen. Die BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven unterstützt dieses Forschungsprojekt.

Die südliche Nordsee, inklusive der deutschen Außenwirtschaftszone (AWZ), weist eine hohe Dichte an menschlichen Nutzungen, wie Offshore-Windkraft, Schifffahrt, Fischerei, Sand- und Kiesentnahme sowie eine größere Anzahl von Meeresschutzgebieten auf. Der Ausbau von erneuerbarer Energie und Fischereimanagementmaßnahmen innerhalb der „Natura2000“-Schutzgebiete bergen ein erhöhtes Konfliktpotenzial zwischen den betroffenen Sektoren wie Fischerei oder Offshore-Windkraft. Bis heute finden sich kaum Raumplanungsbeispiele, bei denen die räumlichen Belange von etablierten Nutzungen wie Fischerei oder neuer Nutzungen wie Aquakultur berücksichtigt wurden.


„Unser gemeinsames Ziel ist es, Synergieeffekte zu erkennen und zu nutzen“, erklärt Dr. Ing. Holger Huhn, Leiter Forschung und Entwicklung bei der WindMW Service GmbH. „So könnten in den Randbereichen von Offshore-Windparks beispielsweise passive Fischerei von Taschenkrebsen stattfinden und vorhandene Schiffskapazitäten für mehrere Fach- und Tätigkeitsbereiche genutzt werden.“ Wissenslücken im Hinblick auf Sicherheitsmaßnahmen, Ökosystemverträglichkeit von passiver Fischerei und jeder Art von Aquakultur in Windparks sowie ökonomische Konsequenzen und Anreize könnten die Akteure zusammen prüfen. „Die Grundidee ist, dass die Windparks künstliche Riffs darstellen, die auf diese Weise für die Zucht von Muscheln oder Algen genutzt werden können“, ergänzt Dr. Bela Buck, Meeresbiologe beim AWI und ein anerkannter
Fischerei-Experte. Es gab viele Kandidaten für das Aquakultur- Experiment. „Das Casting für die passive Fischerei hat der Taschenkrebs gewonnen“, schmunzelt Dr. Bela Buck. „Er kommt relativ häufig vor, wächst schnell und durch den hohen Preis im Verkauf amortisieren sich die hohen Kosten.“

Mit Bucks Expertise sollen die ökologischen Grundlagen und geeignete Fangtechniken für eine nachhaltige, passive Fischerei durch die experimentellen Studien im Windpark Meerwind Süd/Ost untersucht werden. Darauf basierend wird eine Machbarkeitsstudie erarbeitet und ein lokales Vermarktungskonzept für nachhaltige Produkte entwickelt. Vielleicht stellt sich heraus, dass Offshore-Windparks für die regionale Wirtschaft und für den Naturschutz eine Chance darstellen können.

Das Projekt wird vom Thünen-Institut für Seefischerei in Kooperation mit dem Alfred-Wegner-Institut und dem Windparkbetreiber WindMW Service GmbH durchgeführt und mit Mitteln des Bremer Umweltsenators aus dem Programm für Angewandte Umweltforschung (AUF) sowie Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Thünen-Institut für Seefischerei
Das Thünen-Institut wurde 2008 als Bundesforschungsinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aus drei Vorgängereinrichtungen gegründet. Sein Hauptsitz ist Braunschweig. Das Thünen-Institut gliedert sich in 14 Fachinstitute, in denen 1061 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 573 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, beschäftigt sind. Die Fachinstitute für Seefischerei und Fischereiökologie befinden sich in Bremerhaven.

AWI
Als Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung arbeitet das Alfred-Wegener-Institut vor allem in den kalten und gemäßigten Regionen der Welt. Gemeinsam mit zahlreichen nationalen und internationalen Partnern ist es daran beteiligt, die komplexen Prozesse im „System Erde“ zu entschlüsseln. Zentraler Schwerpunkt des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven ist die Polar- und Meeresforschung. Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen arbeiten am AWI in Bremerhaven gemeinsam und übergreifend an der Erforschung von Klima-, Bio- und Geosystemen, um das Gesamtsystem Erde besser zu verstehen. Über 1000 Mitarbeiter (Stand 2018) arbeiten an verschiedenen Orten über Bremerhaven verteilt.
WindMW Service GmbH
Zum 1. Mai 2016 wurde die WindMW Service GmbH mit Sitz in Bremerhaven gegründet, um alle Dienstleistungen im Rahmen des Betriebes des Off shore Windparks Meerwind Süd | Ost für die WindMW GmbH zu übernehmen. Sitz ist in einem modernen Bürogebäude, direkt am Neuen Hafen in unmittelbarer Nähe zu den Havenwelten Bremerhaven und zur Weser.

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