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Bremerhaven bei Nacht
Wirtschaftsförderung Bremerhaven

Wissenschaft beflügelt die Wirtschaft

26.05.2010
Maritime FuE-Meile gibt Impulse für den Standort Bremerhaven

Bremerhaven. Die maritimen Wissenschaften in Bremerhaven entwickeln sich zunehmend zu einem Jobmotor für die Stadt. Mit der „FuE-Meile“ an der „Wissenschaftspier“ gleich neben der Fischereihafenschleuse hat die Wirtschaftsförderung BIS Bremerhaven die Basis für Unternehmen geschaffen, die die wissenschaftlichen Erkenntnisse in Produkte und Dienstleistungen umwandeln. „Der Heimathafen der Meeresforschung wird damit zum Ausgangspunkt für zukunftsweisende ökonomische Aktivitäten“, sagte Wirtschaftssenator Martin Günthner bei der Einweihung der „Meile“, die in dem ehemaligen Gebäudekomplex des Hansestadt Bremischen Hafenamtes/ BremenPorts entstanden ist. Dort haben sich bereits vier Unternehmen und ein Institut mit mehr
als 50 Arbeitsplätzen angesiedelt.

Mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), der Hochschule Bremerhaven, dem IWES Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik mit dem Schwerpunkt der Offshore Windenergie sowie weiteren teilweise privaten Institutionen und Instituten zählt Bremerhaven seit Jahren zu den weltweit anerkannten Zentren der maritim geprägten Grundlagenforschung. „Mit der FuE-Meile haben wir nun die Basis dafür geschaffen, die Impulse aus der Wissenschaft gezielt für die Wirtschaft zu nutzen“, betonte Günthner. Außerdem werden die Unternehmen in umgekehrter Richtung den Wissenschaftlern als Dienstleister zuarbeiten.

Mit einem Gesamtaufwand von rund 2,1 Millionen Euro ließen die städtische Wirtschaftsförderung, das Land Bremen sowie die Europäische Union den Gebäudekomplex der früheren Hafenverwaltung in ein modernes Büro- und Laborzentrum umbauen. Die EU beteiligt sich aus dem EFRE-Programm mit 50% an der Finanzierung der Maßnahme. Unter anderem wurden dabei auch ein ehemaliges Trockendock sowie die Hafenkaje für neue Aktivitäten aufgerüstet. Das Projekt stehe beispielhaft für den Strukturwandel, den Bremerhaven derzeit vollzieht, unterstrich Oberbürgermeister Jörg Schulz: „Wir bauen auf bewährte Strukturen unserer Stadt auf und schaffen Platz für neue Geschäftsideen, die zukunftsweisend sind.“

Die unmittelbare Nachbarschaft der FuE-Meile zum international renommierten AWI und zur Hochschule ist sichtbares Zeichen des Erfolgsfaktors, auf den Bremerhaven setzt. „Wir haben seit langem nach Möglichkeiten gesucht, die von den Wissenschaftlern ausgehenden Impulse aufzufangen und für die Stadt nutzbar zu machen“, sagte der für die Standortentwicklung zuständige BIS-Abteilungsleiter Nils Schnorrenberger. Als die Hafenverwaltung in einen neuen Bürokomplex in der Stadtmitte umzog, „ergab sich die Chance zu diesem an der Küste einmaligen Zentrum aus Wirtschaft und Wissenschaft“, so Schnorrenberger.

Vier Unternehmen und ein Institut haben auf dem insgesamt 3,9 Hektar großen Gelände bereits eine Heimat gefunden. Das IMARE Institut für Marine Ressourcen GmbH, das aus einer Gemeinschaftsinitiative der Hochschule Bremerhaven und des AWI hervorgegangen ist, hat die größten Flächen in der Bussestraße 27 angemietet. „Aus der engen Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft entstehen Innovationen mit nachhaltig positiver Wirkung für Bremerhaven und die Region“, ist IMARE Geschäftsführer Prof. Dr. Oliver Zielinski überzeugt: „Das IMARE findet hier seinen Heimathafen und ein exzellentes Umfeld für seine Entwicklung“.

Zu den unternehmerischen Aktivitäten der FuE-Meile zählt unter anderem der Bau von Sensoriksystemen für wissenschaftliche Anwendungen sowie der Informationstechnologien beispielsweise für Datenübertragungen in der Wissenschaft. Außerdem wird das Institut IMARE dort seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten rund um die marine Aquakultur bündeln.

Zu den Besonderheiten des Geländes zählt das Trockendock, in dem die Hafenverwaltung bislang unter anderem die eigenen Schiffe warten ließ. Dieses Dock soll zukünftig unter anderem zu einem Sicherheits-Trainingszentrum für die offshore-Windenergie-Industrie umgenutzt werden. Außerdem können in dem Becken Spezialgeräte wie Tauchroboter getestet werden. Zudem erhält die FuE-Meile direkten Zugang zu den Weltmeeren. Die Kaje am Handelshafen soll zur „Wissenschaftspier“ ausgebaut werden, an der beispielsweise Forschungsschiffe abgefertigt werden können.

Das neue Zentrum dürfte zudem eines der attraktivsten Wohnquartiere werden. Ein privater Investor lässt dort in einmaliger Lage Wohngebäude errichten. 

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