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"Windhaus" eingeweiht

03.02.2011
Jungfischerschule, Werftzentrale, „Windhaus“ – Ehemalige Jungfischerschule energetisch saniert und zum „Windhaus“ umgenutzt (02.02.2011)

In den 1950er Jahre hatte die Stadt Bremerhaven Am Seedeich 45 einen Neubau errichtet zur Ausbildung von Jungfischern. Nach unterschiedlichen Nutzungen wurde das Gebäude seit 2003 von der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung (BIS) verwaltet und vermietet. Das in die Jahre gekommene Gebäude war seit 2006 in großen Teilen an das CWMT Center für Windenergie und maritime Technologien vermietet worden. Seit 1.1.2009 wurde daraus das eigenständige Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik. Auf Vorschlag der BIS wurde die ehemalige Jungfischerschule nun zu einem Technologiezentrum für die Windbranche umgebaut. Mit insgesamt 2,2 Millionen Euro aus dem Konjunktur-Paket II konnte der Umbau des markanten Gebäudes auf der Fischereihafen-Westseite realisiert werden.

Auf rund 4.000 Quadratmetern Fläche bietet das auch energetisch umfassend sanierte „Windhaus Bremerhaven“ verschiedenen Unternehmen aus der Windkraftbranche und dem maritimen Bereich einen optimalen Standort zwischen Fischereihafen und Weserdeich. Am 2. Februar fand die Einweihung statt.

 "Das Windhaus steht für eine weitere Etappe auf Bremerhavens Weg zum Offshore-Kompetenzzentrum. Hier werden die räumlichen Voraussetzungen für eine weitere Vertiefung der Beziehungen von Wissenschaft und Wirtschaft geschaffen", sagte Wirtschafts- und Häfensenator Martin Günthner zum Umbau des Gebäudes. "Zugleich ist das Windhaus ein sehr gutes Beispiel für die Wirksamkeit des Konjunkturpakets. Mit Unterstützung des Bundes wurde ein Altgebäude umfassend saniert, Arbeit insbesondere für Handwerksunternehmen aus Bremerhaven und der Region geschaffen und ein Beitrag zum Strukturwandel in Bremerhaven geleistet."

Besonderer Wert wurde darauf gelegt, die vorhandene Backstein-Struktur des Gebäudes zur erhalten und gleichzeitig eine größtmögliche Energieeffizienz zu erzielen. Die energetischen Baumaßnahmen richten sich vor allem auf Fenster, Türen, die Dachkonstruktion und die Heizungsanlage. Ursprünglich errichtet wurde das Gebäude in den 1950er Jahren und dann Anfang der 1980er Jahre erweitert.

„Durch die energetische Gebäudesanierung wurde der Wärmebedarf um 52,5 % gesenkt“, stellte Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz nach Abschluss der Umbaumaßnahmen fest. Der Oberbürgermeister zeigt sich erfreut, dass für das Gebäude am Seedeich eine zukunftsorientierte Nutzung gefunden werden konnte. Grantz: „Nachdem es seit den fünfziger Jahren unter anderem als Jungfischerschule und Hauptverwaltung der einstigen Rickmers Werft diente, ist das ‚Windhaus’ jetzt ein Symbol für den Strukturwandel in unserer Stadt: Mit dem Windhaus haben wir ein modernes Technologiezentrum geschaffen, das auch zukünftig vom Fraunhofer IWES genutzt und gebraucht wird, weil die Zahl der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen höher sein wird, als ursprünglich angenommen. Das Windhaus ist auch Ausdruck der guten Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft in Bremerhaven.“

Während der Baumaßnahmen wurden undichte Holzfenster gegen moderne Fenster mit Wärmeschutzverglasung ausgetauscht. Der großflächig verglaste Eingangsbereich hat eine komplett neue Stahl-Glaskonstruktion erhalten, um den Energieverbrauch zu senken. Zudem wurde die veraltete Ölheizung ausgetauscht. Stattdessen wird das „Windhaus Bremerhaven“ jetzt von einer effizienten Gas-Brennwert-Heizung mit Wärme versorgt. Komplettiert wird das neue Heiz-Konzept durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, die ebenfalls zu einer erheblichen Energieeinsparung führt. BIS-Geschäftsführer Nils Schnorrenberger. „Dieses Gebäude ist die Keimzelle des Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), das hier am Weserdeich gewachsen ist und noch weiter wachsen wird.“

Das IWES errichtet derzeit direkt neben dem Windhaus einen Neubau – bleibt aber wegen des großen Platzbedarfs für die zukünftig rund 100 Mitarbeiter einer der Hauptmieter im Windhaus Bremerhaven. Institutsleiter Prof. Dr. Andreas Reuter: "Wir brauchen diese Büroflächen langfristig und die Nähe zu unseren Rotor-Testständen ist extrem wichtig. Die Modernisierung ist zeitgemäß und sowohl energetisch als auch visuell gelungen. Besonders die Eingangssituation vermittelt das Bild einer zeitgemäßen Adresse. Das Windhaus ist ein sichtbarer Beweis für die gute Zusammenarbeit mit der BIS."

Besonderes Augenmerk haben die Planer auch auf die optischen Aspekte der Sanierung gelegt. So wurden die unzureichend gedämmten grünen Fassadenelemente gegen graublaue Platten mit entsprechender Wärmedämmung getauscht. Das Eingangsfoyer und die Treppenhäuser haben neue helle Decken und eine integrierte Beleuchtung erhalten. Ausgebaut wurde ebenfalls der große Konferenzraum im 3. Stockwerk mit Blick über den Deich und die Weser. Durchbrüche schaffen eine optimierte Raumaufteilung. Das Farb- und Einrichtungskonzept trägt zu Lichtfülle und generellen Auffrischung bei.

Die neue angeschlossene Dachterrasse bietet allen Mietern im Windhaus Bremerhaven bei Konferenzpausen einen einmaligen Blick auf die Wesermündung und zukünftig auf das Offshore Terminal Bremerhaven. "Für uns ist diese Lösung optimal", sagt Roger Heidmann, Geschäftsführer der Logistik Service Agentur (LSA), die unter anderem für einen reibungslosen Ablauf auf der Offshore-Baustelle des Windparks „alpha ventus“ vor Borkum gesorgt hat. "Der Raum ist repräsentativ und vielseitig nutzbar. Wir wollen weiter wachsen und können Großbesprechungen problemlos jederzeit aus unseren Firmenräumen in den Konferenzraum verlegen." Wichtiger Teil der energetischen Sanierung im Windhaus Bremerhaven ist die Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung. Um Besuchern und Mietern eine bestmögliche Zugänglichkeit zu bieten, ist der Umbau des südlichen Innenhofs vorgesehen, wo bereits jetzt der barrierefreie Zugang des Gebäudes ist. Zukünftig sorgen hier neue Pflasterungen und Grünanlagen für mehr Aufenthaltsqualität am Windhaus Bremerhaven. 

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