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Lutz Natusch und Erol Flynn

10.06.2018, Autor: BIS mbH
Das Fisch-Restaurant Natusch im Fischereihafen ist eine Institution in Bremerhaven. Dort lässt sich nicht nur gut essen, sondern auch die Kapitänskajüte der Yacht des 1959 verstorbenen Hollywood Stars Erol Flynn bewundern.

Wie Gastronom Lutz Natusch das Vermachtnis von Erol Flynn rettete

Wer einmal in der Kajüte eines legendären Hollywood-Stars sitzen will, muss dafür nicht extra nach Amerika fliegen, um dort auf ein Schiff zu gehen. Ganz im Gegenteil: Ein Ausflug in das Fischereihafen-Restaurant Natusch reicht. Tatsächlich ist hier seit 1992 die original Kapitänskajüte aus der Yacht des Schauspielers und Frauenschwarms Erol Flynn eingebaut. Der Gastronom Lutz Natusch hat das Schiffbau-Monument in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vor der Verschrottung gerettet – eine weltweit einzigartige Attraktion.

„Ein wenig abenteuerlich war das schon – aber das entspricht ja auch dem Leben von Erol Flynn, der in den 30er-Jahren ja meist den Freibeuter oder Degenhelden gespielt hat“, schmunzelt Lutz Natusch. Dass die komplette Kapitänskajüte der Luxus-Yacht des Schauspielers heute in Bremerhaven ist - ein Glücksfall.

„Ein befreundeter Fischhändler hatte mir erzählt, dass die ‚Zaca‘ an ihrem Liegeplatz im französischen Hafen Villefranche abgewrackt werden sollte. Die 40 Meter lange Holzyacht lag dort schon seit einer halben Ewigkeit. Erol Flynn war 1959 gestorben und die herrenlose Yacht verrottete in Frankreich an der Kaje“, erzählt Lutz Natusch.
Er fackelte nicht lange. Die Kapitänskajüte war auf dem Schiffswrack noch komplett erhalten. „Wir haben die Seiten- und Deckenverschalungen sowie Messingbeschläge ausgebaut und kurzerhand auf einen Fisch-Lkw verladen. Das war der einfachste Weg, die Sachen nach Deutschland zu bringen“, erzählt er und kann sich ein verschmitztes Lächeln nicht verkneifen. „Das Schiff war ja praktisch Strandgut.“

Der einzige Haken nach der Ankunft in der Seestadt: Das Mahagoni- Holz hatte leider die Nachbarschaft der Fische im Lkw nicht geruchsfrei überstanden und musste erst einmal ordentlich auslüften. Und: Die Holzteile mussten passend gesägt werden, bevor sie wie ein großes Puzzle im Restaurant zu einem neuen Raum zusammengefügt wurden: der „Kapitänskajüte“. „Wer also zu uns kommt, sitzt wirklich in der Kajüte, in der Erol Flynn seine Abende verbracht, Zigarren geraucht und ein bis drei Glässchen getrunken hat. Ein traumhafter Raum, in dem ich selbst immer noch zwei bis drei Mal die Woche sitze, wenn ich mal Ruhe haben will und nach Feierabend ein Glas Wein trinke“, schwärmt Lutz Natusch. Eine Erinnerungswand mit Fotos von Erol Flynn, dem Schiff sowie Zeitungsartikeln schmückt die Kajüte, die als einer der wenigen Zeitzeugen einer großen Hollywood-Ära geblieben ist – im Bremerhavener Fischereihafen.

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