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Bremerhavener Labor unterstützt Werksarztteam bei regelmäßigen Corona-Tests

18.01.2021, Autor: BIS Wirtschaftsförderung
Impetus Bioscience kann bis zu 200 Corona-Tests pro Tag durchführen - Untersuchungen auch für Privatleute möglich

Die ersten Impfungen gegen COVID19 sind erfolgt, bis sich ein Großteil der Bevölkerung immunisiert hat, werden jedoch noch viele Monate vergehen. Maskentragen und das Vermeiden enger Kontakte wird unseren Alltag bis auf Weiteres bestimmen. Das Bremerhavener Labor Impetus Bioscience (IB) leistet seit Frühjahr 2020 seinen Beitrag zur Pandemie-Bekämpfung. Hauptauftraggeber ist zurzeit das Werksarztzentrum Fischereihafen (WAZ), für das die Spezialisten für DNA-Analytik nach Aussage von Geschäftsführer Dr. Lothar Kruse regelmäßige PCR-Tests erstellen.

Etwa 60 Tests werden pro Tag aktuell in den Laborräumen von Impetus Bioscience am Fischkai 1 im Fischereihafen untersucht. Mehrere PCR-Maschinen stehen dafür im sterilen Labor der Wissenschaftler bereit. Die Expertise der Molekularbiologen um Geschäftsführer Dr. Lothar Kruse ist weltweit anerkannt. Um mit Humanmaterial arbeiten zu dürfen (und somit die formalen Vorgaben für Corona-Tests beim Menschen erfüllen zu können) ist zudem der kooperierende Humanmediziner Prof. Dr. med. Klaus Hartung, ehemaliger Chefarzt des Klinikums Reinkenheide, Teil des Kompetenzteams bei IB.

„Die PCR-Analyse ist vergleichsweise einfach zu erstellen“, sagt Kruse. Während man bei IB häufig mit komplexen Strukturen im Bereich Lebensmittel- oder Textilanalysen zu tun habe, handele es sich bei den COVID19-Tests eher um eine einfache Matrix mit immer gleichen Abfolgen bei den Untersuchungen des Probenmaterials. Da aber in Deutschland bei derartigen Untersuchungen immer
der Nachweis der Beteiligung eines Arztes nötig sei, freue man sich, mit Klaus Hartung einen ausgewiesenen Labormediziner und Transfusionsarzt mit den nötigen Genehmigungen mit an Bord zu haben.

Wichtigster Auftraggeber für IB ist bei den Corona-Tests das Werksarztzentrum Fischereihafen, kurz WAZ, mit ihrem Leiter Dr. Peter Kölln. Im Rahmen der Arbeitsmedizin ist das WAZ-Team für Betriebe beispielsweise aus der Fischindustrie vor Ort, bei Werftbetrieben, Offshore-Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen Bremerhavens und der Nordseeküste regelmäßig tätig – überall dort, wo viele Menschen im Arbeitsalltag miteinander arbeiten. „Wir testen seit März 2020 immer häufiger und machen auch Radartestungen bei ausgewählten Mitarbeitern einmal pro Woche, um den Unternehmen das nötige Maß an Sicherheit zu geben“, so der Inhaber und Werksarzt Dr. Peter Kölln.

Wer sollte an PCR-Radartestungen teilnehmen?
Laut Peter Kölln sind das vor allem eben die 5 bis 10 Prozent der Belegschaften im Bereich von Produktionsbetrieben, wo viele Menschen aufeinandertreffen. Außerdem nicht ersetzbare Handwerker, Vorgesetzte, als auch der „Uwe“, der exemplarisch für jenen Mitarbeiter stehe, den alle kennen, den alle mögen, und der als beliebter Ansprechpartner und „gute Seele“ viel im Betrieb rumkomme. Zum Beispiel als Kollege in der Haustechnik, im Betriebsrat oder der Poststelle. In wöchentlichen Tests stehe dabei der Versuch vorne an, stille Ausbruchsgeschehen aufzudecken und nicht ersetzbare Mitarbeiter zu schützen, so Kölln. 

Zusammengebracht wurden die Wissenschaftler von Impetus Bioscience und das WAZ-Team von der Bremerhavener Wirtschaftsförderung BIS und Oberbürgermeister Melf Grantz. „In diesen anspruchsvollen Corona-Zeiten gilt es, auch die städtischen Gesundheitsämter in der Bewältigung der Dauertests zu entlasten“, formuliert Kruse das Ansinnen der Stadt. Dabei sei man gerne behilflich. Möglich seien die Tests der Abstrich Proben auch für Privatleute, die Kapazitäten reichten bis zu 200 Tests am Tag, so Kruse.

Peter Kölln: „Der Corona-Test besteht aus einem Abstrich Tupfer, mit dem eine Probe aus Rachen und/oder Nase abgewischt wird. Dann wird im Labor wie seit Herbst 2020 u.a. bei Impetus Bioscience das Erbmaterial des Erregers nachgewiesen („RT-PCR“).“

Das Ergebnis stehe laut Lothar Kruse in der Regel nach 24 Stunden fest. In dringenden Einzelfällen sei außerdem die gesamte Analytik bis zum gelieferten Ergebnis in vier Stunden möglich. Die von IB selbst zur Verfügung gestellten Röhrchen und Stäbchen (einige Tausend pro Monat) werden nach der zuvor erfolgten Probenentnahme durch das WAZ-Team – versehen mit Namen und Geburtsdatum der Getesteten – am frühen Vormittag an das Labor Am Fischkai weitergeleitet.

Mittlerweile stehen nach Angaben Kruses mehrere Paletten an Testmaterial für weitere Massentests zur Verfügung. Wie funktioniert der PCR-Labortest bei IB im Detail? PCR steht für die englische Bezeichnung Polymerase Chain Reaction, auf Deutsch Polymerasekettenreaktion. Die entnommenen Proben der Kölln-Kunden werden täglich bei IB angeliefert. Dort steht ein Fach-Team von derzeit sechs ausgebildeten Laborfachkräften bereit.

Geprüft wird im Speziallabor von IB dann nach Vorgaben des Robert Koch Instituts (RKI). Das heißt nach den Worten Kruses selbstverständlich mit FFP2-Masken, Einmalkitteln und Handschuhen sowie hinter einer Glasscheibe und unter einer Steril Bank. Maximal etwa vier Stunden sind die jeweiligen Mitarbeiter/innen dann tätig. Danach sei die unbedingt nötige höchste Konzentration und Disziplin bei den wiederkehrenden Abläufen in der Regel aufgebraucht, erklärt Kruse. Das sei immer oberstes Gebot, auch zum eigenen Schutz.

Zwei Zentrifugen für jeweils bis zu 30 Proberöhrchen (die mit individuellem Barcode zur schnellen Nachverfolgbarkeit versehen) stehen zur Aufbereitung der Corona-Proben im Testlabor bereit. „Von SARS-CoV2 werden mit Hilfe der PCR Milliarden identischer Kopien erstellt, um überhaupt ein verlässliches messbares Ergebnis zu erhalten“, so Kruse zum Procedere. Sollte der Test „positiv“ ausfallen, ist die Testmethode schon sehr aussagekräftig. Kruse und Kölln sprechen von einer Zuverlässigkeit von über 98 Prozent. Sollte positiv getestet sein, ist das meldepflichtig und muss den Behörden umgehend mitgeteilt werden, so Kölln.

Die Phase der intensiven Testungen werde 2021, gerade in den ersten Wochen und Monaten, weiter andauern, prophezeit Kruse. Alle Mitarbeiter*innen von Impetus Bioscience werden im Übrigen selbst regelmäßig durchgetestet, um weitgehende Sicherheit auf Dauer zu gewährleisten.

Jeder Bürger, der einen zuverlässigen Test benötige, könne sich auch direkt an Impetus Bioscience wenden und erhalte innerhalb von 24 Stunden zumindest vorübergehende Gewissheit, so Kruse weiter. Voraussetzung sei die zuvor per Stäbchen – möglichst vom Werksarzt bzw. dem Hausarzt – entnommene Probe. Damit wolle man den offiziellen Laboren und Gesundheitsämtern, die ohnehin bis zum Anschlag arbeiteten, eine qualitative Entlastung bringen, unterstreicht Kruse. „Wir können unsere Kapazitäten aktuell noch hochfahren und damit helfen, die zeitlichen Überhänge bei den Corona-Tests mit abzuarbeiten.“

Fazit: Untersuchungen auf das Corona Virus SARS-CoV-2 sollten weiterhin mit Sachverstand geführt werden. In Krisenzeiten sind die offiziellen Empfehlungen und Informationen der Wissenschaftler des RKI und auch des BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) besonders zu berücksichtigen.
Abstand halten und das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes sowie eine effiziente Betriebs- und Personalhygiene bleiben die momentan wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen. Bei Reihenuntersuchungen ist zudem die Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsamt, Unternehmen, Betriebsarzt und dem Labor, dass die Tests durchführt unabdingbar.


Foto 1: Dr. Lothar Kruse, Geschäftsführer von Impetus Bioscience.

Grafik (Amplification Plot): Das Diagramm zeigt zwei positive Corona-Amplifikationskurven, das heißt zwei mit dem Sars-CoV-2-Virus infizierte Probanden. Je eher die waagerecht verlaufende, rote Grundlinie durchbrochen wird, desto höher die Sars-CoV-2-Belastung – in diesem Fall wurde die Grundlinie bereits nach ca. 19 PCR-Zyklen (cT 19) durchbrochen. Quelle: IB

EXTRA
PCR-Tests mit höchster Sensitivität

PCR ist ein System mit dem man spezifische DNA-Sequenzen außerhalb des lebenden Organismus vermehren bzw. kopieren kann. Die DNA, die man vermehren möchte, wird oft als Ausgangs-DNA bezeichnet. Sie wird zu Beginn des Prozesses zusammen mit den Vermehrungs-Enzymen und Bausteinen in ein Reaktionsgefäß gegeben.

Der PCR-Test weist zunächst keine Erkrankung auf, sondern erstmal nur, dass man das Virus in sich trägt und theoretisch erkranken oder das Virus weitergeben könnte. Ob man erkrankt und/oder infektiös ist, hängt davon ab, wie viel Viren im Körper sind. Übersetzt bedeutet das laut Lothar Kruse, dass man als „Virenschleuder“ unterwegs sein kann, selbst nicht erkrankt, aber für andere Mitmenschen hoch ansteckend sein kann.

 

Kontakt

Leiterin Stabsstelle Standortmarketing
Insa Rabbel

Tel: (0471) 9 46 46-926
Fax: (0471) 9 46 46-690

E-Mail:
rabbel@bis-bremerhaven.de

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