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Bremerhaven City von der Weser aus gesehen
Wirtschaftsförderung Bremerhaven

Bremerhaven bietet Freiräume für die Kreativwirtschaft

05.12.2018
Großes Raumangebot für kreative Köpfe und Unternehmen belebt die Branche und gleichermaßen die Stadtquartiere
„Für eine erfolgreiche Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft ist es wichtig, attraktive Räume in unterschiedlicher qualitativer Ausstattung und in einem entsprechend breiten Preissegment bereitzustellen“, erläutert Dr. Barbara Schieferstein, Ansprechpartnerin für die KKW bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft
BIS. Das Ziel sei, den Bremerhavener Akteuren der Kreativwirtschaft eine flexible und kostengünstige
Infrastruktur anbieten zu können.

Im Auftrag der BIS erstellte die ZZZ-ZwischenZeitZentrale 2014 eine räumliche Bedarfsanalyse. Die Studie „Ratatouille“ zeigte zahlreiche geeignete Raumangebote für Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft in Bremerhaven auf. Fündig wurden sie vor allem in Lehe-Goethestraße, der Alten Bürger, in Geestemünde und im Fischereihafen.

Interessantes Raumangebot für die Kreativwirtschaft
Seitdem habe sich schon viel bewegt, merkt Schieferstein an. „Mit Unterstützung durch die BIS und zunehmend spürbar in Eigeninitiative investieren private und städtische Investoren in attraktive aber sanierungsbedürftige Immobilien, um dort Räume für Mieter und Nutzung aus der Kultur- und Kreativwirtschaft zu schaffen.“ Sie zählt zahlreiche Projekte auf: unter anderem das Kreativhaus Goethe45 und in unmittelbarer Nachbarschaft den Coworking-Space „Goethe Camp“ in der Goethestraße, das Kultur- und Kreativzentrum Fischkai 57 im Fischereihafen oder die „RISK.Embassy“ in der Bürgermeister- Smidt-Straße 163. „Räume und Orte für die Kultur- und Kreativwirtschaft zu finden, wird in Bremerhaven auch weit über das Jahr 2018 hinaus an Bedeutung gewinnen“, spielt Schieferstein unter anderem auf die Stadtentwicklung im Entwicklungsgebiet Rudloffstraße und im Werftquartier an.

Leuchtturmprojekt: Goethe 45

Das Kreativhaus Goethe45 gilt als ein Leuchtturm für die Kultur- und Kreativwirtschaft sowie den Ortsteil Goethestraße. Aus einer leerstehenden, verwahrlosten Immobilie ist ein Platz für kreatives Arbeiten und L eben geworden.  Seit 2007 stand das in Eigentumswohnungen aufgeteilte Haus fast vollständig leer und war wegen des schlechten Zustands nicht mehr zu vermieten. Mit Unterstützung des Stadtplanungsamtes machte die Städtische Wohnungsgesellschaft Stäwog einen Eigentümer nach dem anderen ausfindig. Nachdem das fünfstöckige Gebäude vollständig im Besitz der Stäwog war, begann ab 2016 in enger Kooperation und gemeinsamer Finanzierung mit dem Stadtplanungsamt die aufwändige Sanierung, die in diesem Jahr abgeschlossen worden ist.
Doch die kreative Ausrichtung und Identität des Hauses begann schon viel früher zu wachsen. Seit 2013 ist im Erdgeschoss die „Galerie Goethe45“ zuhause. Anfangs als Zwischennutzung gedacht, hat die Non-Profit-Stadtteilgalerie in nun schon mehr als 25 viel beachteten Ausstellungen die Goethestraße auf der kulturellen Landkarte der Region eingezeichnet. Zur gleichen Zeit startete der Kunstverein Bremerhaven im Haus das Atelier45 als kunstpädagogisches Angebot.

Bekenntnis zum Quartier mit seinen Menschen
Auf diesem Fundament baut das Kreativhaus Goethe45 auf. Das zusammen mit dem Neubau eines studentischen Wohnhauses in der Heinrichstraße 34 entwickelte Projekt ist für die Stäwog und das Stadtplanungsamt mehr als nur eine Immobilie. Es sei ein Bekenntnis zum Quartier mit seinen Menschen und den damit verbundenen Visionen, bekräftigen beide Institutionen. Ein ebensolches Bekenntnis legen auch die Künstler*innen und Kreativen ab, die die Goethestraße 45 zu ihrer neuen Heimatadresse gemacht haben. Zehn erschwingliche Wohnungen – allesamt bereits vermietet – sind in den oberen Etagen entstanden. Das Angebot reicht von einem Zimmer mit 36 Quadratmetern bis zu vier Zimmern mit 90 Quadratmetern.

In der Werketage im 1. Obergeschoss befindet sich dDer maßgeblich von den potenziellen Nutzer*innen in Kooperation mit der BIS und der Stäwog konzipierte Coworking-Bereich. Ziel ist es, der Professionalisierung und Digitalisierung junger Unternehmen der Kreativwirtschaft Raum zu geben. Alle Ateliers und Werkräume sind derzeit an Akteure der Kreativwirtschaft vermietet. Als „Community-Manager“ wurde Moritz Schmeckies gewonnen. Er organisiert die Raum- und Arbeitsplatzvermietung der Werkebene sowie die Verwaltung der Gerätenutzungen. Darüber hinaus steht er auch für die Akquise von Aufträgen sowie die Koordination von Drittmittelprojekten zur Verfügung.

Denn ein abgeschotteter Elfenbeinturm soll die Goethe45 auf keinen Fall sein: Die Coworking-Etage steht auch für Interessierte und Beteiligte von außen zur Verfügung, um wirtschaftsnahe und experimentelle Kooperationsansätze zu ermöglichen, auch über Branchen- und Stadtteilgrenzen hinweg. Die Goethe45 ist eben auch ein Ort der kreativen Zusammenarbeit.
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