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Wirtschaftsförderung Bremerhaven

Aus dem Meer direkt auf den Tisch

25.05.2018, Autor: BIS Bremerhaven
Deutsche See hat mit ihrer "Frische Kiste" den Online-Handel erfolgreich ausgebaut

Frischen Fisch jederzeit und allerorts bestellen und eisgekühlt direkt an die Haustür zu bekommen? Um diesem Wunsch der Kunden gerecht zu werden, hat die Deutsche See neue Wege beschritten.

Die Bremerhavener Fischmanufaktur für Einzelhandel, Gastronomie und Foodservice setzt vermehrt auf den Online-Handel für Privatkunden und nutzt dafür  eine spezielle Lieferkiste. „Wir sind hier in Bremerhaven das Herzstück für den Versand an die Niederlassungen im Bundesgebiet. Dort laufen die Bestellungen der Kunden auf und wir verschicken die Ware von hier aus“, erklärt Felix Clüver, stellvertretender Betriebsleiter bei Deutsche See.

Insgesamt sind es 20 Niederlassungen, über die der Fisch und die Meerestiere dann verteilt und zu den Kunden gebracht werden. Der logistische Aufwand dafür ist immens – aber für die Fischmanufaktur Deutsche See durchaus leistbar. „Wir haben den großen Vorteil, dass wir auf unser eigenes Logistik-Netz und unsere Lkw zurückgreifen können. Damit schließen wir Verzögerungen durch Dritte aus. Wenn jemand etwas Online bei uns bestellt, dann hat er die Ware - abhängig vom Produkt - nur 24 Stunden später“, sagt Felix Clüver.

Das gilt für alle Produkte der Deutschen See und in vielen Regionen ohne Mindestbestellwert. „Wir liefern alles - vom Lachs bis zum bretonischen Steinbutt.“, sagt Dominik Hensel, Leiter des Online-Shops. Angefangen hat Deutsche See im Jahr 2013 mit einem Pilotprojekt in Berlin, um zu testen, ob der Online-Handel funktioniert. Zu dem Zeitpunkt auf der Liste: 30 Artikel. Mittlerweile können die Kunden unter rund 300 verschiedenen Artikeln wählen. Ausgeliefert wird zum Teil mit klassischen Lieferwagen, in Ballungsräumen aber zunehmend auch mit E-Bikes und mit Elektrofahrzeugen. Die Deutsche See will hierfür sogenannte „Streetscooter“ anschaffen, mit denen der Fisch umweltfreundlich zu den Kunden gebracht wird. Start des Projektes mit den E-Lieferfahrzeugen soll im Raum Köln sein.

Betrachtet man das Waren-Einzugsgebiet der Fischmanufaktur, ist der Online-Lieferservice durchaus eine Leistung. Rotbarsch aus Island, handgeangelter Thunfisch von den Malediven, Lachs aus Skandinavien, Garnelen aus Thailand, Doraden aus Griechenland – das Angebot ist ebenso groß, wie der Aufwand, die Ware pünktlich und zeitnah abzuliefern. So wird das klassische Lachsfilet innerhalb eines Tages bundesweit ausgeliefert. „Wenn wir aber zum Beispiel extra etwas in Auftrag geben müssen – wie marinierte Produkte – brauchen wir drei Tage Vorlauf, weil das Produkt speziell für den Kunden hergestellt wird“, sagt Felix Clüver.

DEUTSCHER NACHHALTIGKEITSPREIS

Doch wie bekommt Deutsche See es hin, dass die Ware frisch beim Kunden ankommt? „Ganz einfach – wir haben uns einen speziellen Behälter konstruieren lassen, der zusätzlich zur Kühlung im Werk und in den Lieferfahrzeugen dafür sorgt: die Frischfisch-Kiste“, so Felix Clüver. 2010 hat die Deutsche See den Deutschen Nachhaltigkeitspreis erhalten. Die „Frische Kiste“ als Teil der nachhaltigen Wertschöpfungskette war ein Teil davon. „Sie ist aus Kunststoff statt aus Styropor und kann dadurch gut zehn Jahre im Mehrwegsystem verwendet werden. Außerdem ist sie in Wellenform gestaltet und dadurch frei von Kanten. Druckstellen am Fisch werden vermieden.“ Befüllt wird die Kiste neben dem bestellten Fisch auch mit frischem Eis zur Kühlung. Das Schmelzwasser läuft über ein internes System ab und eine Bakterienbildung wird verhindert. Felix Clüver: „ Außerdem sind die Kisten so gebaut, dass man sie übereinander stapeln kann, ohne dass der Fisch darin platt gedrückt wird.“ Was nicht nur gut für den Fisch ist, sondern auch für die Kunden - schließlich wollen die Leute ja keine Scholle essen, wenn sie einen ganzen Lachs bestellt haben.

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